Working Capital & Asset Management

Working Capital Management: Reichweitenanalyse von Lagerbeständen

Gepostet am Aktualisiert am

319121_original_r_by_by-sassi_pixelio-de-1
319121_original_r_by_by-sassi_pixelio-de-1

In Lägern von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (RHB) wie auch in solchen für Fertigprodukte ist fast immer sehr viel Kapital gebunden. Jedes Unternehmen sollte aber öfters mal prüfen, inwiefern nicht zuviel Geld dort herumliegt anstatt lieber in der Kasse sprich auf dem Konto zu liegen. Zu diesem Zweck gibt eine sog. Reichweitenanalyse der Lagerbestände einen guten Überblick und dient gleichzeitig als Basis für eine Entscheidung über kapitalfreisetzende Maßnahmen. Allgemein werden Bestände gerne – weil schnell und leicht zu ermitteln – generell am Umsatz gemessen. Allerdings sollten RHB anders als Bestände an Fertigprodukten gemessen werden. Im ersten Fall handelt es sich um Material für die Produktion und die Materialbestände sollten dann auch am (künftigen) Bedarf der Produktion gemessen werden. Im zweiten handelt es sich um verkaufsfertige Einheiten, für welche der (erwartete) Umsatz eine brauchbare Basis für eine vernünftige Reichweitenermittlung darstellt. Den Rest des Beitrags lesen »

Working Capital & Asset Management: Absicherung von Kundenzahlungen, Vertrauen schaffen auf beiden Seiten

Gepostet am Aktualisiert am

Hand auf Geld
GG-Berlin_www.pixelio.de

Legen Sie in der Liquiditätskontrolle jederzeit ein besonderes Augenmerk auf den Geldzufluss aus dem operativen Geschäft. Ein berechenbarer Geldeingang ist für die eigene Zahlungsfähigkeit absolut wichtig (bei steigender Bedeutsamkeit je höher die Beträge werden).

Heute stelle ich als eine Variante des „best practice“ im Asset Management das Verfahren des Solardachsteinherstellers „Autarq“ aus der Solarbranche vor. Autarq sichert die beträchtlichen Beträge, die seitens der Kunden an Autarq nach Auftragserteilung zu leisten sind, über ein Treuhandkontoverfahren ab. Der Kunde (Treugeber) leistet die komplette fällige Zahlung inklusive Umsatzsteuer auf ein Treuhandkonto. Die Auszahlung der Beträge erfolgt durch einen qualifizierten Treuhänder nach Leistungsfortschritt. Diese Leistungsschritte sind zwischen Treugeber und Treuhänder im Vorfeld schriftlich zu vereinbaren. Die Freigabe kann der Treugeber selbst, oder ein Beauftragter übernehmen.

Hier ein Auszug aus einem Angebot Autarqs damit Sie sehen, wie es funktioniert: 

Zahlungen und Sicherung 

Für die Auftragsabwicklung greifen wir auf ein Treuhandkontoverfahren zurück, bei welchem Sie als Kunde an einen Treuhänder Zahlungen leisten und nicht an Autarq direkt.  Unser Treuhandpartner ist die Rechtsanwaltskanzlei Neuendorff http://www.eco-treuhand.de

Als junges Unternehmen ist Autarq auf einen planbaren Zahlungsfluss angewiesen. Durch das Treuhandverfahren wird für Autarq die schrittweise Bezahlung gemäß Projektfortschritt gewährleistet. Gleichermaßen haben Sie als Kunde den Vorteil, dass der Treuhänder garantiert erst nach erbrachter Leistung und erst nach Erhalt des von Ihnen unterzeichneten Freigabescheins die jeweils fällige Abschlagszahlung an Autarq leistet. Bei Nichterbringung der Leistung durch Autarq erstattet der Treuhänder den Betrag auf dem Treuhandkonto an Sie zurück.

Nach Auftragserteilung erfolgt die Zahlung des Gesamtbetrages auf das Treuhandkonto. Über jede Veränderung auf dem Treuhandkonto erhalten Sie eine Benachrichtigung. Der Betrag auf dem Treuhandkonto wird in folgenden Abschlägen von Ihnen bzw. Ihrem Projektverantwortlichen freigegeben und vom Treuhänder an Autarq ausgezahlt: 

– 1. Abschlag – 60% des Gesamtbetrags

Die Zahlung erfolgt nach Anlieferung der Solardachsteine frei Baustelle. Der von Ihnen unterschriebene Ablieferbeleg des Spediteurs gilt als Freigabeschein fur die Abschlagszahlung. 

– 2. Abschlag – 20% des Gesamtbetrags

Die Zahlung erfolgt nach Anlieferung der Laderegler, Wechselrichter und Verkabelungsmaterial frei Baustelle. Der von Ihnen unterschriebene Ablieferbeleg des Spediteurs gilt als Freigabeschein für die Abschlagszahlung. 

– 3. Abschlag – 20% des Gesamtbetrags

Die Zahlung erfolgt nach Anlieferung der Solarbatterie frei Baustelle. Der von Ihnen unterschriebene Ablieferbeleg des Spediteurs gilt als Freigabeschein für die Abschlagszahlung

Entscheidend ist hier die Einrichtung und Leistung (Zahlung) auf ein Treuhandkonto, welches zwei wesentliche Funktionen hat:

  1. Zum einen signalisiert es dem Lieferanten, daß genügend Geld verfügbar ist, um seine Leistung vollständig zu bezahlen. Damit scheiden Verluste von Forderungen einerseits aus. Andererseits wird durch die phasenweise Auszahlung, d.h. Zahlungsschritte geknüpft an im Vorfeld vereinbarte Leistungsschritte, der Liquiditätseingang planbar.
  2. Der Kunde erhält zwei Sicherheiten, im Insolvenzfall geht sein Geld nicht unter in der Masse. Sein Geld wird erst dann auf das Konto des Lieferanten geleistet, sobald der Leistungsschritt wie vereinbart erfolgt ist. Damit werden etwaige Friktionen und Streitigkeiten zwischen Kunde und Lieferant von vornherein nahezu vollständig eliminiert.

Natürlich kann dieses Modell, je nach Projekt- oder Geschäftstyp hinsichtlich der Definition der Leistungsschritte und der damit verbundenen Auszahlungsschritte variiert werden. Der entscheidende Nutzen für beide Parteien wird auf alle Fälle durch die Zug-um-Zug-Konstruktion erbracht. Fazit:  ein Beispiel für gutes Working-Capital-Management.

Finanzierung: Viele Wege führen zum Geld

Gepostet am

Thorben Wengert_pixelio.de
©Thorben Wengert/pixelio      www.pixelio.de

Der Artikel in der DUB/Handelsblatt spricht, gegenüber Eigenkapital und konventionellen Darlehen, alternative Finanzierungen für den Mittelstand an. Es ist auf alle lohnenswert, ein breites Spektrum an Finanzierungsmöglichkeiten im Auge zu haben. Bezeichnenderweise wird der Innenfinanzierung die grösste Bedeutung eingeräumt. Hinter dieser Alternative steckt zum grössten Teil die Kapitalfreisetzung durch working-capital-management, die jedes Unternehmen per autonomer Entscheidung angehen an, sei es mit eigenen Kräften oder mit externen Experten.  Noch ein Wort zum Leasing: selbstverständlich schont Leasing das Konto bzw. die Kasse und begünstigt auch die Eigenkapitalquote und damit das Rating. Allerdings sollten Sie auch daran denken, dass Leasing in vielen Fällen teurer im Vergleich zu konventionellen Bankdarlehen ist.  Ich hebe ebenfalls die Aussagen zur Liquidität und Eigenkapitalquote (in der Mitte des Artikels) heraus. Die Zahlungsfähigkeit wie auch die prinzipielle finanzielle Stabilität sind entscheidend für die Bonität und für die Kosten des Kredits. Gegebenenfalls sollten Unternehmen hierzu ein „Fitnessprogramm zur Verbesserung der Bonität“ starten.

Hier geht es zum Artikel:    http://www.dub.de/newsinhalte/finanzierung/ein-guter-mix-zahlt-sich-aus/  

Working Capital & Asset Management : Interne Kapitalfreisetzung

Gepostet am

Working Capital & Asset Management
Working Capital & Asset Management                         Thorben Wengert http://www.pixelio.de

Hier geht es vor allem um die Freisetzung von Mitteln für eine andere Verwendung im Unternehmen, wie auch um die permanente Absicherung und Optimierung der Liquidität – und zwar über längere Zeit. In diesem Artikel betrachten wir Maßnahmen im operativen Bereich; Stichwort: Asset Management, insbesondere Forderungen sowie Vorräte an Rohstoffen, Werkstattbeständen und Fertigerzeugnissen. Diese Bilanzpositionen liegen im Fokus der Working Capital Optimierung. In weiteren Artikeln werden strategische bzw. planerische Gesichtspunkte behandelt.

Das Asset Management richtet sich auf die effiziente Handhabung der Einkommensquellen und Ressourcen für den laufenden Betrieb. Den Rest des Beitrags lesen »

Working Capital & Asset Management: ABC-Analyse.

Gepostet am Aktualisiert am

ABC-Analyse
ABC-Analyse – lagerwiki

„Wir machen mit ca. 20% unserer Kunden 60% aller Umsätze. Mit weiteren 30% machen wir ca. 25% unseres Umsatzes und der Rest von 15% unserer Umsätze verteilt sich auf 50% der Kunden“ So in etwa der Vertriebschef eines Unternehmens aus dem Bereich für Hausgeräte. In der Tat kann man aber auch seine Lagerbestände – ob Rohstoffe oder Fertigprodukte – nach der gleichen Methode, der sog. „ABC-Analyse“ betrachten; z.B.: „Nur 10% unserer Lagerartikel machen 75% unseres wertmäßigen Bestands (oder auch Jahresverbrauchs) aus,  weitere 25% der Positionen decken 20% des Bestandswertes ab und der Rest von 65% machen nur 5% des Bestands aus.“ Was ist nun der Hauptzweck dieser Analyse –  die immer einer Beurteilung sowie der Definition von Maßnahmen im Working Capital Management vorausgehen müssen?

Es geht darum, den Fokus der Anstrengungen auf die Lagerartikel zu richten, bei denen es sich zuallererst lohnt, die Kapitalbindung zu optimieren. Hierzu ein Beispiel aus „lagerwiki“: „Oftmals ist ein Großteil des im Lager gebundenen Kapitals auf eine stückzahlmäßig geringe Anzahl von Waren verteilt. Die ABC-Analyse gibt in der Logistik Auskunft über diese Kapitalverteilung auf einzelne Waren im Lager. Sie zeigt deutlich bei welchen Waren besonders auf Bestandsoptimierung geachtet werden sollte. Bei Normteilen wie Schrauben die in großen Stückzahlen benötigt werden macht eine aufwendige Bestandsoptimierung kaum Sinn. Es ist wirtschaftlich einfach nicht sinnvoll, einen Mitarbeiter mit dem Einholen von Angeboten, deren Vergleich und der Ermittlung des optimalen Lagerbestandes stundenlang zu beschäftigen um ein paar Euro beim Einkauf zu sparen, nicht zuletzt da diese Teile sehr wenig Platz im Lager einnehmen und auch preisgünstig zu erwerben sind. Hinzu kommt dabei auch noch das gerade Normteile oftmals von vielen Lieferanten zu ähnlichen Konditionen und ohne große Lieferverzögerungen zu beziehen sind.“ Stattdessen müssen jene Artikel identifiziert werden, für welche, mit Blick auf das Produktionsprogramm bzw. den betrieblichen Bedarf, sorgfältig ein Sicherheitsbestand wie auch, unter Berücksichtigung der Lager- und Beschaffungskosten, eine vernünftige Bestellmenge festgelegt werden sollen. Erst dadurch wird eine Optimierung bei vergleichsweise teuren Artikeln gezielt und besonders wirkungsvoll, um schließlich zu viel gebundenes Kapital freizusetzen.

Zusammengefasst kann man sagen: Die ABC-Analyse (hier im Bereich Lager) ist ein Standardinstrument, welche immer vor einem Working Capital Management durchgeführt werden muss. Dadurch werden die entsprechenden Maßnahmen auf die interessantesten Bereiche fokussiert und so das Freisetzungspotential an gebundenem Kapital voll zur Entfaltung gebracht.

Working Capital & Asset Managemnent: „Vielleicht ein klein wenig später, aber keinesfalls zu früh“: Lieferverbindlichkeiten

Gepostet am

Working Capital & Asset Management
Working Capital & Asset Management lichtkunst.73_www.pixelio.de

Einführung

Obwohl dieses Thema des Working Capital nicht so viel Potential zur Kapitalfreisetzung birgt, wie die Forderungen oder die Vorräte, so lohnt es sich ebenfalls daran zu arbeiten. Hauptsächlich geht es darum, mit den Lieferanten, welche uns vom Betrag her das meiste Material liefern (meistens die sog. Schlüsselmaterialien, Analyse gem. 80:20-Regel), günstige Konditionen auszuhandeln und effiziente Zahlungsprozesse  zu implementieren.  Je länger die Zahlungsziele sind, welche wir für uns aushandeln, desto länger bleibt das entsprechende cash bei uns in der Kasse.

Nutzen

Lieferantenverbindlichkeiten werden üblicherweise in Days payables outstanding (DPO) gemessen. Ein Beispiel: die Lieferverbindlichkeiten werden zum (vergangenen) Materialeinsatz (!) (oder noch genauer: zu den vergangenen Lagerzugängen) in Beziehung gesetzt: bei 900T€ Materialeinsatz bedeuten dann 100€ Lieferverbindlichkeiten, dass wir durchschnittlich erst nach etwa 40 Tagen (DPO) unsere Rechnung bezahlen. Für diese Zeit steht uns der erwähnte Betrag zur Finanzierung unserer Forderungen und Vorleistungen zur Verfügung – und natürlich auch länger oder kürzer, je nach dem wie gut bzw. hart wir verhandelt haben. Entsprechend später oder früher müssen wir dann andere Finanzierungsquellen wie z.B. Erweiterung von Kreditlinien durch die Bank anzapfen. Die Wirkung dieses Themas auf die Liquidität dürfen wir nicht unterschätzen.

Massnahmen zur Kapitalfreisetzung wären z.B.:

  • Möglichst lange Zahlungsziele vereinbaren, ggf. mit
  • Flexibilität beim Preis oder andere Kompensationen. Hier ergibt sich eine Optimierungsaufgabe zwischen guten Konditionen einerseits und externem Finanzierungsbeitrag andererseits.
  • Kurze Anlieferintervalle, kleine Zahlungsbeträge. Wenn wir öfters und folglich ceteris paribus kleinere Mengen anfahren lassen, so wird aus einer grossen Rechnung 2,3, oder auch 4 kleinere. Im übrigen ist es dann auch etwas einfacher, Lieferungen zu verschieben oder vorzuziehen.
  • Konsequente Eingangskontrolle von Qualität der erhaltenen Anlieferung/Leistung sowie der korrekten Rechnungsstellung. Motto: bezahlt wird nur das, was die gefordeten Eigenschaften hat und vertragsgemäss berechnet wurde.
  • Ausgabenbewilligung in den Einkaufsvorgang integrieren. Letztlich muss diese Abteilung den ganzen Prozess der Versorgung bis zu „Ware im Lager“ überwachen und ggf. optimieren. Geteilte Verantwortung über mehrere Abteilungen hinweg bringt Kompetenzstreitigkeiten und Fehler in der Abwicklung. Natürlich mag ein Spezialist für die Prüfung von Rechnungen eingesetzt werden, jedoch letztlich soll derjenige, der bestellt hat auch – gem. input aus den beteiligten Stellen – die Zahlung freigeben.
  • Rechnungen nicht stark überfällig werden lassen: Verzugszinsen drohen und die Bonität, die hinsichtlich künftiger Zahlungsziewle und evt. Refinanzierungen gebraucht wird, leidet ebenfalls.
  • Wechsel zu Lieferanten mit günstigeren Lieferkonditionen. Ein mühsames und häufig teures Unterfangen, weil viele Ebenen wie Technologie, Logistik, Qualität,  Kosten beteiligt sind. Jedoch ist dies manchmal nicht zu umgehen. Dies ist besonders der Fall bei
  • Lieferanten mit hohem Erfüllungsrisiko: solche, die häufig zu spät und/oder unzureichende Qualität liefern. Hier müssen Sie versuchen, die Geschäftsbeziehung optimieren oder – falls „hoffnungslos“ – den Lieferanten aus der Versorgung streichen und einen adäquaten Ersatz suchen. Sollte sich ein solcher Fall herausstellen, so reagieren Sie eher früher als später. Das spart Kosten und Nerven.

 

Working Capital & Asset Management: Cash-Pooling zur Verbesserung der Liquidität

Gepostet am

Working Capital & Asset Management
Working Capital & Asset Management Petra Bork_www.pixelio.de

Dieser Artikel bezieht sich hauptsächlich auf Unternehmen mit mehreren Töchtern. Jedoch ist das vorgestellte Instrumente auch allgemein ganz interessant. Beschrieben und diskutiert werden überschüssige liquide Mittel in einzelnen Tochterunternehmen, welche in anderen Einheiten mit akuten Liquiditätsbedarf genutzt werden können. Das sog. cash-pooling, gesteuert und kontrolliert durch eine zentrale Instanz im Unternehmen, schafft den Ausgleich zwischen den einzelnen „Töpfen“ und minimiert den Rückgriff auf externe (und ausgabewirksame!) Finanzierungen. Damit ist nicht nur dem Geschäftserfolg und der Liquidität gedient, sondern ebenfalls der Bonität des gesamten Unternehmens bzw. dessen bank-internes Rating.

Hier geht’s zum Artikel der Deutschen Unternehmerbörse -DUB: dub_newsletter_cashpool.pdf