Finanzierung: KfW-Unternehmerkredit

Fördern und Wachsen Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de
Fördern und Wachsen      Klaus-Uwe Gerhardt / http://www.pixelio.de

Fördermittel gibt’s ja praktisch nur für Gründer“. Falsch! Auch bestehende Unternehmen können für ihre Ideen und Vorhaben KfW-Kredite erhalten – und zwar in mehreren Ausführungen, d.h. aus unterschiedlichen Programmen. Hier das Beispiel eine „Klassikers“ darunter: der  KfW-Unternehmerkredit der Programmnummer 037 / 047.

Gefördert werden kleine und mittlere Unternehmen (KMU),  die seit 5 Jahren am Markt sind. Als KMU gilt laut EU-Definition ein Unternehmen, welches bis zu €50 Millionen Umsatz macht oder eine Jahresbilanzsumme von bis zu €43 Millionen hat und weniger als 250 Mitarbeiter hat. Weiterlesen „Finanzierung: KfW-Unternehmerkredit“

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Protektionismus vs. Freihandel

Vor ein paar Tagen war ich bei einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung der Deutschen Gesellschaft der Auswärtigen Politik zum Thema „Der neue Protektionismus – Wirtschaftliche und politische Herausforderungen“.
Die beiden vortragenden Experten, die sich dann auch den Fragen aus dem Publikum stellten, waren
• S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein, Gründer und Chairman, Geopolitical Intelligence Services (GIS) sowie
• Herr Andreas Povel, ehem. Geschäftsführer des American Chamber of Commerce in Germany
Die wesentlichen Aussagen und Thesen aus Vortrag und Diskussion möchte ich hier mit Ihnen teilen:
I. Protektionismus schützt die Wirtschaft eines Landes nur vergleichsweise kurzfristig, langfristig ist Freihandel für alle vorteilhafter.
II. Nicht-tarifäre Handelshemmnisse (z.B. Importquoten, Verbraucherschutzbestimmungen, Umweltstandards, Vergabemodus öffentlicher Aufträge,…….) wirken wesentlich stärker als Zölle und Exportsubventionen
III. Etwa 50% der Einfuhren aus den USA in europäische Länder stehen unter Zoll, Einfuhren aus Europa in die USA nur zu 25%: Europa selber hat offenbar gewisse Tendenzen, die als protektionistisch gesehen werden können.
IV. Die USA sehen Wirtschafts- und Sicherheitspolitik immer in Gesamtschau: deswegen wird Handelspolitik auch als „Waffe“ im Dienste der eigenen Interessen begriffen.
V. China gilt als der eigentliche weltweite Wettbewerber, woraus der Fokus: USA vs. China („China 1st“) resultiert. Es wird durch die USA in diesem kritischen Thema erwartet, von Seiten der europäischen Verbündeten Unterstützung zu leisten.
VI. Da ein Arrangement mit den Europäern notwendig erscheint, gibt es Überlegungen zu „TTIP 2.0“ seitens der USA.
VII. Konsequente Umweltpolitik setzt – in welchem Land auch immer – einen gewissen Wohlstand voraus.
Meine Gedanken zu dem Themenkomplex:
Protektionismus
1. Die Durchsetzung eigener Vorstellungen aufgrund von Marktmacht oder militärischer Stärke ist allenfalls auf kurze Sicht hilfreich, da sie auf der „Gegenseite“ offene oder verdeckte Revanche provoziert. Ein Ausgleich der Interessen aller Beteiligten ist wirtschaftlich wie auch außen-/sicherheitspolitisch langfristig das Beste. Der Grund dafür ist, dass mit gemeinsam erarbeiteten und erreichten Lösungen jeder Beteiligte lange leben kann. Voraussetzung dazu ist ein gutes Verständnis – im Sinne von Begreifen – der Interessen aller involvierten Partner. Die Konzentration auf die Sache ist dabei entscheidend, zu viel Aufmerksamkeit auf sonderliche Verhaltensweisen und Charakterzüge Beteiligter ist hinderlich. Es ist in diesem Zusammenhang nichts Unmoralisches daran, auch mit Akteuren zu reden, deren Verhaltensweisen und Aktionen wider unsere eigenen Werte laufen.
Handelspolitik
2. Der eigentliche wirtschaftliche Wettbewerb wird auf Sicht zwischen den USA und China als den größten Volkswirtschaften auf der Erde stattfinden. Dies passt zu der eher pazifischen denn europäischen Ausrichtung amerikanischer Politik im 21. Jahrhundert. Die USA sehen Außenhandelspolitik und Außen-/Sicherheitspolitik gemeinsam als Ganzes. Sie begreifen Handelspolitik als ein Instrumentarium der Politik für ihre nationale Sicherheit. Von den europäischen Werte- und Militärverbündeten erwarten die USA tatkräftige Unterstützung in ihrem Umgang mit China. Diese Politik, so sieht es jedenfalls momentan aus, wird jedoch eher Konfrontation denn Kooperation fördern. Europa als bedeutender Handelspartner Amerika’s als auch China’s ist besonders gefordert. Es muss seine wirtschaftlichen Stärken und historischen Erfahrungen zu einem Ausgleich der Interessen Amerika’s, Asien’s und Europa’s einbringen. Deswegen würden Überlegungen zur Wiederbelebung von TTIP Sinn machen, wie auch aktuell amerikanische Überlegungen, sich doch mit TPP (wieder) anzufreunden. Fazit: leben und leben lassen.
Umwelt
3. Amerika und Europa haben über viele Jahrzehnte unter erheblicher Belastung der Natur (Lebensräume, Bodenschätze, Klima,……..) sich industriell sehr weit entwickelt: wir haben unser „Ding gemacht“. Andere Länder, allen voran Indien und China, jedoch auch Brasilien, Russland und viele weitere wollen ebenfalls ihr „Ding machen“. Würden diese Länder jedoch ähnlich wie wir ihre Industrialisierung mit unzureichender Beachtung der Umwelt vorantreiben, so wäre dies für den gesamten Planeten und seine Bewohner fatal. Es kommt darauf an, dass die westlichen Industriestaaten ihre Hilfe zur industriellen Entwicklung an andere große und kleine Akteure verstärken und ein gewisses Niveau an Wohlstand erreicht wird. Dies wiederum ist die Voraussetzung, dass auch dort
a. eine konsequente Umweltpolitik betrieben wird,
b. Migration in die wirtschaftlich gut gestellten Regionen und gemäßigten Klimazonen der Erde, wie Europa zum Beispiel, begrenzt wird und
c. der Erhalt unser aller Lebensmöglichkeiten eine echte Chance hat

Working Capital & Asset Management: „Am Anfang war der Umsatz“

Working Capital & Asset Management
Working Capital & Asset Management                             Marko Greitschuss – http://www.pixelio.de

Zusammenhang zwischen Umsatzplanung und Liquidität

Eine realistische Umsatzplanung ist für eine gesunde Geschäftsentwicklung von überragender Bedeutung. Mit dem Umsatz legen Sie bereits zum grössten Teil die Höhe der Kosten sowie des Working Capital fest. Deswegen beeinflussen Sie durch die Umsatzplanung entscheidend die zu erwartende Differenz zwischen den Einnahmen und Ausgaben und die Zahlungsfähigkeit Ihres Unternehmens. Wenn der Umsatz nicht so kommt wie geplant, jedoch die Kosten zum großen Teil nicht kurzfristig entsprechend reduziert werden können (was häufig der Fall ist), wird es leer in der Kasse und auf dem Konto. Liquiditätsschwierigkeiten sind die Folge  (siehe auch Erste-Hilfe-Maßnahmen ). Weiterlesen „Working Capital & Asset Management: „Am Anfang war der Umsatz““

Finanzierung durch Darlehen: Basel III, die Bank und der Mittelstand

Banken
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Die Vorschriften gem. dem Basel III – Regelwerk geben den Banken hinsichtlich ihrer Eigenkapitalquote wie auch bezüglich ihres Risikomanagements strenge Auflagen. Folglich sind Banken heute stärker dazu angehalten, ihr Eigenkapital effizienter einzusetzen wie auch die Risiken bei der Darlehensvergabe konsequent zu begrenzen. Das bedeutet, dass die Banken bei der Prüfung von Kreditanträgen härtere Maßstäbe in Bezug auf eine gesicherte Rückzahlung von Krediten als auch auf den eigenen Nutzen aus dem gewährten Kredit anlegen müssen.  Fazit: es ist anspruchsvoller, Bankfinanzierungen zu erhalten bzw. der Wettbewerb darum wird heftiger.

Realistische Planung und Kontrolle

Damit werden für die Existenzgründung wie auch für mittelständische Unternehmen, mehr als noch bisher, die Bonität sowie finanzwirtschaftliche Transparenz zu entscheidenden Faktoren, um überhaupt ein Darlehen – und dann dieses auch zu günstigen Bedingungen – zu erhalten. Die Banken erwarten dazu u.a.

  • ein integriertes Planungs- und Steuerungsmodell zur Gewinn-und Verlustrechnung unter Einschluss der Liquiditätslage und entsprechenden Frühwarnindikatoren (z.B. rückläufige Umsätze, jüngst deutlicher Forderungsaufbau, erfolgte oder zu erwartende Kostensteigerungen, fortgesetzt reduzierte Kassen- und Kontostände)
  • einen monatlichen Soll-/Ist-Vergleich der kritischen Grössen, z.B. (netto)cash-flow, Schuldenservice, Fremdkapitalanteil
  • ein aussagekräftiges Berichtswesen von konstant verlässlicher Qualität.

Fitnessprogramm

In diesem kritischen Thema rate ich zu einem „Fitnessprogramm“, welches die Kreditwürdigkeit des Unternehmens auf die notwendige Ebene hebt. Dadurch werden die Bonitäts- und Produktivitätserwartungen der Banken erfüllt und so die Option auf eine Darlehensfinanzierung erhalten. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass dies auch für die Erlangung von Fördermitteln z.B. durch die KfW, gilt! Durch das Hausbankprinzip muss zuerst die Bank vom eigenen Vorhaben und der finanziellen Situation überzeugt sein, bevor sie eine Empfehlung an die KfW erteilt und Ihren Fördermittelantrag weiterreicht. Darüberhinaus wird das Fitnessprogramm auch relativ schnell eine positive Wirkung auf den Geschäftserfolg haben. Das Programm sollte im Prinzip die folgenden Schritte beinhalten:

1   Analyse der relevanten Daten und Prozesse sowie dort heraus die Identifikation des Handlungsbedarfs. Besonderes Augenmerk ist hier auf die Beurteilung Liquidität zu legen, den dies ist der Lebensnerv Ihres Unternehmens.

2    Definition von messbaren Zielen für alle relevanten Größen und Prozesse: Umsatz, Kosten, Mitarbeiter, Einzahlungen, Auszahlungen u.v.a.m.

3     Definition und Umsetzung einer Reihe von konkreten Massnahmen , z.B. in der Optimierung der Kapitalbindung oder in kaufmännischen Prozessen

4    Einführung oder Optimierung des Berichtswesens, inkl. des Ausweises und Kontrolle der kritischen Kennzahlen

5     Finanzkommunikation und kontinuierliche Kooperation mit der Bank – in guten wie in schlechten Zeiten

Sobald das Geschäft mit Hilfe dieses Fitnessprogramm’s finanzwirtschaftlich gut in Form gebracht ist, haben Sie sich die Möglichkeit, eine längerfristige Geschäftsentwicklung oder auch grössere Vorhaben durch Bankkredite oder Fördermittel der KfW und vergleichbaren Einrichtungen in den Ländern zu finanzieren, gesichert. Dies trägt dann auch wesentlich zur Gesamtstabilität der Finanzsituation Ihres Unternehmens bei.

Existenzgründung und Kredit: Beratungskosten und –zuschüsse von staatlicher Stelle

Existenzgründung & Kredit_original_Rainer Sturm_pixelio.de
Existenzgründung & Kredit_original_Rainer Sturm_pixelio.de

Beratung oder nicht Beratung – das ist hier die Frage! Wenn Gründer oder auch kleine und mittlere Unternehmen das hören, stellen sich oftmals bei vielen die Nackenhaare zu Berge: „wollen nur was verkaufen, Scharlatane, wissen alles besser, sauteuer – und nichts dahinter, kann ich selber(?)“. Zugegeben: es gibt eine Reihe schwarzer Schafe in der Beraterzunft, jedoch auch eine ganze Menge erfahrener Experten, die wertvolle Beiträge zur Entwicklung des Unternehmens oder zur Lösung dringender Themen beitragen. So manches Unternehmen wäre gut „zum Fliegen“ gekommen und hätte sich gut entwickelt, hätte man sich nur den Beitrag kompetenter Erfahrungsträger gesichert. Weiterlesen „Existenzgründung und Kredit: Beratungskosten und –zuschüsse von staatlicher Stelle“

Existenzgründung Kredit: Die Bank als Partner

2 Hände
Jorma Bork  pixelio.de         http://www.pixelio.de

In diesem Artikel geht es hauptsächlich um die prinzipielle Art der Beziehung zwischen der Bank und dem Kunden, sowie um entscheidende Punkte bei der Kreditentscheidung zur Begleitung einer Existenzgründung.  In dieser Phase sind besonders die Fördermittel des Bundes und der Länder interessant, welche immer über eine Geschäftsbank beantragt werden müssen. Allerdings gelten die Aussagen in diesem Artikel generell für das Verhältnis zwischen Bank und deren Kunde.

Bestimmte Punkte im Zusammenhang mit einer Finanzierung, wie z.B. Business- und Finanzplan, Eigenkapitalanteil, Sicherheiten, existierende Schulden etc. werden in einem der nächsten Artikel behandelt. Zunächst einmal sollte man sich bewusst sein, dass jede Bank genauso wie ihre Kunden auf der Suche nach Geschäften ist. Folglich besteht, wie vielleicht öfters angenommen, überhaupt kein Grund sozusagen als Bittsteller  aufzutreten, wenn man z.B. einen Darlehensantrag stellt. 

Geben und Nehmen

Der Kunde und die Bank reden auf Augenhöhe und schätzen ein, inwiefern sie zusammen etwas machen können: ein Geschäft. Jede Bank ist erfreut, wenn sich im Laufe einer Kooperation herausstellt, dass sie durch einen Kredit einer erfolgreichen Geschäftsidee zum Erfolg verholfen und dafür Zinsen eingenommen und letztlich auch ihr Kapital zurückerhalten hat. Genauso wie die Existenzgründung bzw. der Darlehensempfänger froh ist, wenn er einen Partner gefunden hat, welcher ihm mit einer Finanzierung den Weg zum Erfolg geebnet hat. So handelt es sich in der Beziehung im Kern – wie so oft und woanders auch – um ein Geben und Nehmen von beiden Seiten.

Basel III

Natürlich müssen beide Partner bestimmte gesetzliche oder institutionelle Rahmenbedingungen beachten, unter welchen sie Geschäftsgelegenheiten nachgehen können.  Mit Blick auf die Bank sollte man sich der folgenden Punkte bewusst sein: Aus den Erfahrungen der vergangenen weltweiten Finanzkrisen, haben die Banken mehr und teilweise auch strengere gesetzliche Auflagen und auch entsprechend angepasste Richtlinien ihrer Organisation zu erfüllen.  Dies wiederum, schränkt ihren Spielraum zur Kreditgewährung bis zu einem gewissen Grade ein. Gemäss der internationalen Richtlinien von Basel III sind die Banken u.a. dazu angehalten, ihr Eigenkapital deutlich effizienter als noch vor ein paar Jahren einzusetzen, wie auch ein strengeres Risikomanagement zu betreiben (siehe auch “Bonität für eine Finanzierung durch die Bank“). Dies bringt sie dazu, zuweilen sehr wählerisch oder vorsichtig in der Entscheidung über einen Darlehensantrag zu sein.

Der Mensch und seine Geschäftsidee

Wie auch immer, dies bedeutet für den Kunden keinesfalls, das “Handtuch zu werfen, bevor man es in der Hand hat”. Ist man ehrlich (d.h. auch nach einigen selbstkritischen Fragen) davon überzeugt, einen guten und durchdachten Geschäftsplan vorweisen zu können, so sollte man auf alle Fälle mit der Bank darüber reden. Manchmal können Themen strukturiert oder Probleme gelöst werden, bei welchen es anfangs nicht gerade rosig ausschaute; wie z.B. bei Themen wie Eigenkapital oder Sicherheiten .  Zu den einzelnen Punkten wie gesagt in einem der nächsten Artikel. Neben einem überzeugenden Geschäftsmodell ist natürlich auch die Persönlichkeit des Kreditnehmer’s entscheidend. Dieser sollte von seiner Bildung und Erfahrung her den Eindruck vermittteln, dass er zu dem Geschäft passt. Des weiteren sollte er ebenfalls deutlich machen (und dies wo möglich mit Beispielen unterlegen), dass er in der Lage ist, sein Geschäft jederzeit finanziell unter Kontrolle zu halten.  Natürlich werden Banken im allgemeinen keinen ausgebildeten und jahrelang erfahrenen Kaufmann oder gar etwa Kaufmännschen Leiter erwarten. Allerdings wird sehr wohl eine Persönlichkeit erwartet, die der des proaktiven und verantwortungsvollen “Unternehmertypus”, der auch mit einer kaufmännischen “Antenne” ausgestattet ist, ziemlich nahe kommt. In diesem Fall gewinnt die Bank Vertrauen und tut sich mit einer positiven Kreditentscheidung schon mal wesentlich leichter. Der persönliche Ruf des Existenzgründers bzw. Antragsteller’s übrigens spielt dabei genauso eine Rolle wie zum Beispiel Einkommen, welches er/sie aktuell bereits in anderen wirtschaftlichen Aktivitäten erzielt. Dies kann die Unternehmereigenschaft unterstreichen. Sind dafür irgendwelche Aussagen, Referenzen oder Zeugnisse vorhanden – umso besser!

Zusammenfassend darf man sagen, dass es sich um eine Partnerschaft zwischen der Bank und ihrem Kunden bzw. Darlehensnehmer handelt. Eine ganz entscheidende Rolle in der Kreditentscheidung der Bank spielen dabei die Persönlichkeit und Hintergrund des Kunden, genauso wie sein machbares Geschäftsmodell.

Existenzgründung und Wachstum: Sorgfältige Finanzplanung ist entscheidend

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Existenzgründung Kredit: 1–416617-Hilfe-pixelio

Es war einmal ein Geschäftsführer, der bei einem Besuch bei seiner Bank darum bat, seine kurzfristige Kreditlinie um €300.000 zu heben. Er erklärte dieses Ansinnen damit, dass trotz des Wachstums seines Unternehmens der Saldo zwischen Einnahmen und Ausgaben geschrumpft und die Lieferverpflichtungen stetig gestiegen wären. Ein paar wichtige Lieferanten hätten ihm sogar gedroht, dass sie künftig ihm Ware nur noch gegen Vorkasse liefern würden. Als der Firmenkundenberater der Bank fragte, warum er gerade €300.000 beantragte, da antwortete der Geschäftsführer, dass dies ihm in etwa passend erschiene und ihn in die Lage versetzen würde, seine drängendsten Lieferanten zu bezahlen und seinen Liquiditätssaldo wieder aufzubessern.

Wohlwissend, dass das Entscheidungsgremium der Bank niemals einer so großen Summe ohne eine sorgfältige Prüfung des künftigen finanziellen Geschäftsverlaufes zustimmen würde, machte sich der Kundenberater ans Werk und erstellte – gemäß den gelieferten Rohdaten – einen Finanzplan für die nächsten 12 Monate sowie einen Ausblick für die beiden 2 Jahre danach. Das Ergebnis war schockierend (jedenfalls für den Geschäftsführer…..): statt der beantragten €300.000 ergab sich gemäß der zugrunde liegenden Eckzahlen, Annahmen und Parameter ein kurzfristiger Finanzierungsbedarf von €1’000.000, also mehr als dreimal soviel. Wenn auch für diese Summe ausreichend Sicherheiten verfügbar gewesen wären, so war doch die Bereitschaft der Bank den Kredit zu gewähren äußerst zurückhaltend: nicht nur, dass auf Seiten des Unternehmens offenbar eine allzu lockere Einstellung gegenüber der Finanzplanung herrschte, sondern der Geschäftsführer war sich offenbar auch nicht im Klaren darüber gewesen, zu welch prekärer Lage sich sein Geschäft künftig entwickeln und die Existenz seines Unternehmens auf’s Spiel gesetzt würde. Als Grundsatz muss also permanent erinnert werden: erst fundierte Eckzahlen und relevante Annahmen  festlegen, dann planen/rechnen und erst danach die ermittelte Finanzierungssumme beantragen! All dies eingebettet in eine regelmäßige und ehrliche Finanzkommunikation steigert die Chancen auf eine Unterstützung durch die Bank erheblich.

Es sei ebenfalls daran erinnert, dass eine Finanzplanung nicht nur für die Bank im Zuge eines Kreditantrages oder für einen Investor erstellt wird, der sich für eine Beteiligung an Ihrem Unternehmen interessiert (siehe auch unten). Noch wichtiger sogar ist meines Erachtens der folgende Punkt: der Finanzplan ist ein unabdingbares Instrument, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Projektes sowie den Betriebserfolg der Firma auf Monate und Jahre hinaus fundiert abzuschätzen und in Folge unter Kontrolle zu halten. Damit dient er im Zuge der Umsetzung und des laufenden Betriebes als  d i e  Orientierung, inwieweit die Geschäfte ökonomisch erfolgreich laufen und das Controlling in diesem Bereich als Ansatzpunkt zu fälligen Korrekturmaßnahmen. Ohne Finanzplan und konsequentes -controlling ist man sozusagen auf „ergebnispolitischem Blindflug“, der in die Katastrophe führen kann. Darüber hinaus werden auf der Grundlage eines fundierten Finanzplanes die relevanten cashflows für eine Unternehmensbewertung ermittelt. Damit wird der Finanzplan zu einer der kritischen Größen in Vorbereitung auf die Verhandlungen um eine Unternehmensnachfolge oder einen Unternehmensverkauf, wo es u.a. um den Wert der betroffenen Unternehmensanteile (siehe oben: Investor) geht. Nur wer sich hier gut vorbereitet erzielt einen fairen Preis für seine Anteile und lässt kein Geld am Tisch liegen.

Der Businessplan Hinweise zur Erstellung

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Der Businessplan ist nicht nur eine unverzichtbare Orientierung zur Steuerung des Geschäfts, sondern auch ein Türöffner zur Finanzierung seitens Investoren, Fördermitteln und Geschäftsbanken. Er besteht aus einer Vorhabensbeschreibung sowie einer integrierten Finanzplanung. Ein kurze Übersicht der relevanten Themen finden Sie in dieser Datei: Projektpräsentation

Acht Punkte, die sie besonders beachten bzw. tun sollten: Weiterlesen „Der Businessplan Hinweise zur Erstellung“

In fünf Schritten zur Gründerfinanzierung

Hier ein Artikel zur Erlangung von Finanzierungen, den Herr Jens Kügler gemäß meinem Input für das FranchisePortal geschrieben hat. Er behandelt das Thema inden  großen Zügen der Gesamtschau:

“ Der erste Erfolg bei einer Existenzgründung ist nicht der erste Kunde oder Auftrag. Es ist die Gründerfinanzierung. Sprich, der Kreditvertrag – plus idealerweise die Fördergelder. Denn ohne das nötige Geld aus externen Quellen geht den meisten Gründern schnell die Luft aus.

Teil 1: Die drei Bausteine Eigenkapital, Fremdkapital und Fördermittel 

Eine Existenzgründung ohne Geld ist praktisch unmöglich. Und das privat verfügbare Eigenkapital reicht selten aus, um alle Investitionen und Risiken abzudecken. Es ist auch nicht empfehlenswert, eine Unternehmensfinanzierung rein aus Eigenmitteln zu bestreiten. Denn meistens fehlen die Reserven, um Krisenzeiten zu überstehen oder notwendige Investitionen zur Expansion zu tätigen, wenn dies aufgrund der Geschäftsentwicklung nötig wäre. Rund 50 Prozent aller Unternehmen gehen in den ersten fünf Jahren nach Gründung in Konkurs – vielfach exakt aus diesem Grund .

Kurzum: Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg liegt im Fremdkapital, vor allem für die Anschubfinanzierung. Die Kreditinstitute verlangen jedoch Eigenkapital als Sicherheit – zumeist in einer Höhe von etwa 15 bis 20 Prozent der Gesamtinvestition. Zum Eigenkapital zählen alle liquiden Mittel und alles Liquidierbare wie Immobilien, Grundstücke, Kapitalanlagen oder Lebensversicherungen, die der Gründer von seiner Seite aus einbringt. Möglicherweise steuern Bürgen aus dem Familien- oder Freundeskreis benötigte Mittel zu – etwa Eltern, die ihren Kindern damit den Schritt zur Existenzgründung erleichtern möchten.

Wer erleichtert die Gründerfinanzierung?

Wer über keine dieser Quellen verfügt und beispielsweise aus der Arbeitslosigkeit heraus starten möchte, kann [Gründungszuschüsse](http://www.franchiseportal.de/wissen-fuer-gruender/glossar/gruendungszuschuss-a-4914.html) oder Einstiegsgelder beantragen. Entscheidende Hilfen in der Kapitalbeschaffung bieten Bürgschaftsbanken.  Diese geben zwar kein Geld, jedoch übernehmen sie nach Prüfung des Projektes – häufig, aber nicht immer – einen großen Teil des Kreditrisikos einer Bank und machen dadurch die Kreditgewährung wahrscheinlicher. Darüber hinaus lässt sich das Eigenkapital mit staatlichen [Fördermitteln](http://www.franchiseportal.de/wissen-fuer-gruender/glossar/foerderkredite-a-4948.html) wie den Gründerkrediten der KfW-Banken aufstocken.

Existenzgründer sollten auch über Beteiligungsmodelle nachdenken. Beispiele sind [Venture Capital](http://www.franchiseportal.de/wissen-fuer-gruender/glossar/venture-capital-a-4944.html) (Risikokapital) durch [Beteiligungsgesellschaften](http://www.franchiseportal.de/wissen-fuer-gruender/glossar/beteiligungsgesellschaft-a-27889.html), [Crowdfunding](http://www.franchiseportal.de/wissen-fuer-gruender/glossar/crowdfunding-a-4915.html) – etwa via Internet –, Joint Ventures oder die Angebote der privaten [Business Angels](http://www.franchiseportal.de/wissen-fuer-gruender/glossar/business-angels-a-4904.html). Eine Beteiligung bringt zwar, je nach spezifischer Ausgestaltung, ein gewisses Maß an Abhängigkeit mit sich. Doch besser, der Gründer hat Partner im Boot, als dass der Traum vom Wind in den Segeln niemals Wirklichkeit wird.

Teil 2: Ihr Finanzierungs-Fahrplan in fünf Schritten

Hiermit spreche ich Existenzgründer in spe persönlich an: Sie haben eine tragfähige/originelle Geschäftsidee oder wollten sich schon immer selbstständig machen? Sie suchen nach Kapital in Form von Bankkrediten, Fördermittteln oder Beteiligung zur Unternehmensfinanzierung? Dann möchte ich Ihnen dieses Fünf-Schritte-Programm als eine Orientierungshilfe geben. Eine Art Fahrplan zur Gründer-Finanzierung.

Schritt eins: Strukturieren Sie Ihre Ideen

Definieren Sie die Geschäftsidee schriftlich. Was bieten Sie an? Wer ist die Zielgruppe? Worin liegt der Kundennutzen? Wer sind die möglichen Wettbewerber und wo liegt das Alleinstellungsmerkmal ihnen gegenüber? Gibt es Marktdaten und Statistiken? Wer könnte als Kooperationspartner in Frage kommen? Erfassen Sie dies und errechnen Sie möglichst realistische Einnahmen und Ausgaben. Auf dieses Grobkonzept bauen alle weiteren Schritte auf.

Mein Tipp: Bei diesen wie allen weiteren Schritten helfen erfahrene Gründungs-Coaches. Nehmen Sie die [Beratungsförderung für Gründer](http://www.franchiseportal.de/wissen-fuer-gruender/glossar/beratungsfoerderung-fuer-gruender-a-26979.html) in Anspruch. Die staatliche Hilfe übernimmt einen stattlichen Anteil der Beratungskosten. Dies steigert letztlich Ihre Chance auf eine erfolgreiche Finanzierung und einen guten Geschäftsstart steigert.

Schritt zwei: Erstellen Sie Businessplan und Finanzplanung

Erarbeiten Sie einen prägnanten und überzeugenden Businessplan. Er ist Ihre Bewerbung um Kredite, Fördermittel und Beteiligungskapital. Weit mehr als eine Formsache. Schließlich muss er den kritischen Bänkern klar vor Augen führen, dass ihr Geld in Ihrem Unternnehmen sicher angelegt ist. Planen Sie ruhig einen Umfang von 25 bis 40 Seiten. Fassen Sie am Anfang kurz ihr Geschäftsmodell zusammen. Konkretisieren Sie auf den folgenden Seiten Ihr Grobkonzept aus Schritt eins. Veranschaulichen Sie das Wesentliche mit Bildern, Zeichnungen, Diagrammen und Grafiken. Diese prägen sich bei den Kredit-Verantwortlichen stärker ein als Worte. Fügen Sie den Finanzplan bei, der acht bis zehn Seiten eines Businessplanes einnehmen sollte. Bestandteile sind unter anderem der Gesamt-Kapitalbedarf für die Gründungsfinanzierung plus eine realistische [Kostenplanung](http://www.franchiseportal.de/wissen-fuer-gruender/glossar/kostenplanung-a-27674.html), ein [Umsatz- und Kostenplan](http://www.franchiseportal.de/wissen-fuer-gruender/glossar/umsatzplan-kostenplan-a-27676.html), eine Gewinn- und Verlustrechnung, eine Liquiditätsplanung, ein Bilanzplan und alle verfügbaren Markt-Kennzahlen. Setzen Sie weder Best- noch Worst-case-Berechnungen, sondern realistische Planzahlen ein, deren Annahmen Sie auch gegenüber potentiellen Geldgebern gut argumentieren können. Beschreiben Sie schließlich, mit welchen Marketing- und Vertriebsmaßnahmen Sie Ihr Geschäftsvolumen verwirklichen wollen. Dies ist kritisch für die Glaubhaftigkeit Ihres Projektes gegenüber den Geldgebern

Schritt drei: Fragen Sie Banken an

Beschränken Sie sich nicht alleine auf Ihre Hausbank, die Sie seit Jahren nur als Angestellten kennt und Ihnen eine erfolgreiche Selbstständigkeit möglicherweise gar nicht zutraut. Fragen Sie mehrere Banken an, jedoch nicht sehr viele: vielleicht 2 oder 3. Vergleichen Sie Punkte wie Zins- und Tilgungskosten, Kulanz und Servicefreundlichkeit. Stellen Sie sicher, dass Sie [kreditwürdig](http://www.franchiseportal.de/wissen-fuer-gruender/glossar/kreditwuerdigkeit-a-27675.html) sind und dass keine negativen Auskünfte bei Schufa und ähnlichen Institutionen gegen Sie bestehen. Sprechen Sie auch an, ob Sie über die Bank an staatliche Fördermittel kommen können.

Schritt vier: Führen Sie Bankgespräche auf Augenhöhe

Bereiten Sie sich akribisch auf die Bankgespräche vor. Lassen Sie sich von einem erfahrenen Berater begleiten, aber stellen Sie Ihr Geschäftskonzept selbst überzeugend vor. Und selbstsicher. Verhandeln Sie auf Augenhöhe. Machen Sie den Geldgebern klar: Ihr Geschäft hat Potenzial. Erklären Sie warum, denn: Sie haben den Markt, den USP, das Vertriebsmodell. Behalten Sie dabei stets die Eckdaten wie Sicherheiten, Umsatzplanung, Geschäftserfolg und Liquiditätsplanung im Kopf: Mit diesen Zahlen müssen Sie kritische Fragen der Bänker wie aus der Pistole geschossen kontern. Erstellen Sie sich vorab mit dem Berater eine Liste der wahrscheinlichsten Einwände der Bankiers und einen Leitfaden zur Einwand-Argumentation. Gleiches gilt im Übrigen für Verhandlungen mit den Anbietern von Beteiligungskapital: Je überzeugender Sie Ihr Geschäftsmodell darstellen und je minimaler das Risiko erscheint, desto eher sind Geldgeber bereit, ihre Taschen zu öffnen.

Schritt fünf: Gewähren Sie volle Transparenz

Ist der Kreditvertrag unter Dach und Fach? Dann tauschen Sie sich mit der Bank regelmäßig aus, am besten alle drei bis sechs Monate. Gewähren Sie Finanzkontrolle, das stärkt das Vertrauen, auch in Krisenmomenten. Denken Sie dran: Vielleicht können Sie schneller expandieren als geplant – und brauchen zusätzliche Mittel. Schließlich soll die Existenzgründung nur der Beginn einer – vielleicht lebenslangen – Erfolgsstory sein!“

 

Achtung! Rasches Wachstum und größere Vorhaben

Finanzierung von Vorleistungen
Überbrückungs-Finanzierung Andrea Damm_pixelio.de

Unterschiedliche Zahlungsströme überbrücken – Finanzierung von Vorleistungen

„Für Mittelständler ist die Phase eines wirtschaftlichen Aufschwungs eine gefährliche Zeit – und viele ahnen es nicht einmal“. So ein Kollege von mir. Jeder freut sich über neue Aufträge (gut), unterschätzt aber (schlecht), dass zusätzliche Ressourcen dazu (insbesondere Material) in großem Umfang früher bezahlt werden müssen als die Geldeingänge aus dem Umsatz auf das Bankkonto fließen. Anschaffung von z.B. Anlagen und Maschinen, neue Produkte auf den Markt bringen, Expansionen in das Ausland oder auch ein grösserer Kundenauftrag allein, welcher längere Zeit für die Fertigung und Auslieferung braucht: all diesen Beispielen ist gemeinsam, dass in sie recht beträchtliche Summen anfangs investiert werden müssen  – und diese Summen liegen selten auf dem Konto und können auch fast nie ausschließlich aus den Umsatzeinnahmen finanziert werden. Weiterlesen „Achtung! Rasches Wachstum und größere Vorhaben“