Erste Hilfe bei Liquiditätsengpässen

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Rechnungen von Lieferanten, welche längere Zeit liegenbleiben oder auch gar nicht bezahlt werden können. Rückzahlung von Kreditraten und Zinsen: unklar, wie das diesmal zu bewerkstelligen sein soll. Wiederholte Mahnung bezüglich ausständiger Steuerschulden, vielleicht noch mit Androhung von Pfändungen. Leere Kasse und Kontostand nahe Null.  Und all das praktisch jedes Quartal oder gar jeden Monat wieder:  wie soll man sich da herauswinden?!

In einem ersten Schritt muss man sich selber gegenüber – hoffentlich nicht zu spät! – eingestehen, dass man ein Problem hat. Ein Problem, welches zu dauernder Zahlungsunfähigkeit und zur Insolvenz führt, sofern Sie es nicht sehr bald lösen. Fortan muss also etwas passieren bzw. grundsätzlich anders laufen. Damit stellen Sie dann jederzeit sicher, dass finanzielle Verpflichtungen durch Ihr Unternehmen vollständig und pünktlich erfüllt werden.  Nur wie bzw. durch was?

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Working Capital Management: Reichweitenanalyse von Lagerbeständen

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In Lägern von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (RHB) wie auch in solchen für Fertigprodukte ist fast immer sehr viel Kapital gebunden. Jedes Unternehmen sollte aber öfters mal prüfen, inwiefern nicht zuviel Geld dort herumliegt anstatt lieber in der Kasse sprich auf dem Konto zu liegen. Zu diesem Zweck gibt eine sog. Reichweitenanalyse der Lagerbestände einen guten Überblick und dient gleichzeitig als Basis für eine Entscheidung über kapitalfreisetzende Maßnahmen. Allgemein werden Bestände gerne – weil schnell und leicht zu ermitteln – generell am Umsatz gemessen. Allerdings sollten RHB anders als Bestände an Fertigprodukten gemessen werden. Im ersten Fall handelt es sich um Material für die Produktion und die Materialbestände sollten dann auch am (künftigen) Bedarf der Produktion gemessen werden. Im zweiten handelt es sich um verkaufsfertige Einheiten, für welche der (erwartete) Umsatz eine brauchbare Basis für eine vernünftige Reichweitenermittlung darstellt. Weiterlesen „Working Capital Management: Reichweitenanalyse von Lagerbeständen“

Nachvollziehbarkeit und Konsistenz der Zahlen im Businessplan

Existenzgründung Kredit:_Rudolpho Duba_www.pixelio.de
Existenzgründung Kredit:_Rudolpho Duba_www.pixelio.de

Ein klassischer Businessplan besteht zunächst aus einem Textteil. In diesem Teil schreibt der Existenzgründer über das Produkt bzw. die Leistung, den Nutzen daraus, das Marktpotential für die eigenen Angebote, über Wettbewerber, das Alleinstellungsmerkmal, Wege übe welche der Umsatz realisiert werden soll und andere Themen. Dazu kommt dann der Finanzteil, also der Teil mit den Zahlen. Dort finden sich die Gewinn- und Verlustrechnung (zuweilen auch Rentabilitätsvorschau oder auch Erfolgsrechnung genannt), die Planbilanzen, die Liquiditätsplanung wie auch der Finanzierungsbedarf und die Aufstellung für die Kapitalverwendung. Ergänzt wird dies meistens durch ein paar relevante Kennzahlen, die einem kundigen Leser etwas über die Solidität der Finanzierung, die Effizienz des Betriebes und über die finanzielle Leistungsfähigkeit sagen. Der Planungszeitraum umfasst dabei die nächsten 12 Monate und danach die nächsten 2-4 Jahre.

Für die Planung des Finanzteils beginnt man am besten mit den Einsatzfaktoren wie z.B. verkaufte Mengen, geleistete Stunden, Anzahl der Mitarbeiter, investierte Beträge, in Anspruch genommene Sach- und Dienstleistungen etc……. und bewertet diese jeweilig mit aktuell gültigen Preisen. Dadurch erhält man die Einnahmen und die Ausgaben. Daraus wiederum erhält man nach Gegenüberstellung am Ende die Ergebnisfaktoren wie z.B. Umsatz, Materialkosten Personalkosten, Gemeinkosten usw. wie auch den operativen Geschäftserfolg, die Finanzierungsstruktur und den Liquiditätsüberschuß bzw. -fehlbetrag,  um nur mal einige zentrale Faktoren anzuführen. Entscheidend für den Leser des Planes ist, dass er die Herleitung all dieser Größen im Großen und Ganzen nachvollziehen kann, ihre wichtigsten Treiber identifiziert sowie Verlauf/Entwicklung dieser Größen aufgeführt und ggf. erklärt werden.

Wichtig dabei ist, dass all diese Größen durch den gesamten Business- und Finanzplan hindurch auf  plausiblen Annahmen beruhen, für welche wo immer möglich Quellenangaben hinzugefügt werden sollten. Besonders ist dabei zu beachten, dass die Zahlen, z.B. der geplante Umsatz (nur mal ein Beispiel) sowohl im Text- als auch im Zahlen-/Finanzteil  gleich!!!  sind.  Andernfalls leidet die Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft des Planes, da der Eindruck entsteht, dass die Geschäftsleitung als Autor des Planes wohl nicht so ganz den Überblick über ihr Geschäft und dessen Finanzen hat – wobei das Projekt ja oft noch gar nicht in Betrieb gegangen ist.

Ein Plan, dessen Aussagen und die dahinter stehen Zahlen nachvollziehbar, realistisch und überall stimmig sind, demonstriert Kompetenz, schafft Vertrauen – und ist ein Türöffner zur beabsichtigten Finanzierung.

Die Bedeutung der Finanzkommunikation

Existenzgründung Kredit
Existenzgründung Kredit                                        twinbo_www.pixelio-de

Den Beitrag   Kooperation mit Banken   möchte ich mit dem folgenden Artikel „In guten wie in schlechten Zeiten“ von Friederike Krieger aus der „Financial Times Deutschland“ gerne von der praktischen Seite beleuchten. Obwohl der Beitrag vor fast 7 Jahren veröffentlicht wurde, ist er für eine Existenzgründung und auch alle anderen Unternehmen heute noch so aktuell wie Mitte 2011:

http://www.zafs.at/uploads/media/2011_06_08_FTD_Finanzkommunikation.pdf

Etwas, das man nicht oft genug wiederholen kann: „Und Vertrauen ensteht nur, wenn die Kommunikation funktioniert“. In guten wie auch gerade in schlechten Zeiten sind regelmäßige Besuche bei der Bank sowie Berichte über den Geschäftsverlauf und die finanzielle Lage des Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Dadurch bleibt auch in Krisenzeiten der „Geldhahn offen“ – und auch die Banken sind gerne bereit, ihre Ideen zur Lösung beizusteuern.

Crowdinvesting – Beteiligungskapital von „Menschen wie Du und ich“

Crowdinvesting

Für Unternehmen aller Größen eine Möglichkeit, Kapital für den Kauf oder die Entwicklung von Produktionsausrüstung, für kleinere Investitionen in Forschung und Entwicklung aber auch in Maßnahmen für die Markteinführung zu gewinnen. Dieses Instrument kommt häufig auch dann zum Einsatz, wenn andere Wege zur Kapitalbeschaffung nur schwer oder gar nicht möglich sind, z.B. weil Fremdkapitalgebern das Risiko zu hoch erscheint oder weil hinreichende Sicherheiten nicht gestellt werden können oder weil weder Business Angels noch Venture-Capital-Gesellschaften gewonnen werden konnten. Der Kapitalbedarf, der über diesen Weg beschafft werden kann, startet meistens bei €100.000. Es ist eine ziemlich neue Form der Finanzierung, bei der sich

Interessierte, auch nicht vermögende private Personen, bereits mit kleinen Beträgen – ab €25 –  als Investor an einem Projekt beteiligen können.  (Ein Verwandter davon ist das sog. Crowd- oder auch „Peer-to-Peer Lending). Es tummeln sich in diesem Bereich bereits einige Organisationen wie z.B.  seedmatch, lightfin, companisto, kickstarter und Kapilendo Venture, nur um mal einige zu nennen.Hier wie es im Prinzip funktioniert: Weiterlesen „Crowdinvesting – Beteiligungskapital von „Menschen wie Du und ich““

Working Capital & Asset Management: „Am Anfang war der Umsatz“

Working Capital & Asset Management
Working Capital & Asset Management                             Marko Greitschuss – http://www.pixelio.de

Zusammenhang zwischen Umsatzplanung und Liquidität

Eine realistische Umsatzplanung ist für eine gesunde Geschäftsentwicklung von überragender Bedeutung. Mit dem Umsatz legen Sie bereits zum grössten Teil die Höhe der Kosten sowie des Working Capital fest. Deswegen beeinflussen Sie durch die Umsatzplanung entscheidend die zu erwartende Differenz zwischen den Einnahmen und Ausgaben und die Zahlungsfähigkeit Ihres Unternehmens. Wenn der Umsatz nicht so kommt wie geplant, jedoch die Kosten zum großen Teil nicht kurzfristig entsprechend reduziert werden können (was häufig der Fall ist), wird es leer in der Kasse und auf dem Konto. Liquiditätsschwierigkeiten sind die Folge  (siehe auch Erste-Hilfe-Maßnahmen ). Weiterlesen „Working Capital & Asset Management: „Am Anfang war der Umsatz““

Kredit: Kriterien der Bank zur Kreditwürdigkeit

Lupe
Dieter Schütz_pixelio.de        www.pixelio.de

Die Bank prüft bei einer Kreditentscheidung – nicht nur im Zuge einer Existenzgründung – verschiedene Themen; die wichtigsten davon werden in diesem Artikel behandelt. Dies ermöglicht eine erste Orientierung darüber, was die Bank erwartet, wenn man ein Darlehen beantragt.

Unternehmer(in) und Geschäftsmodell

1. Äusserst wichtig und wohl auch entscheidend: der Mensch und sein/ihr Geschäftskonzept. Dies wurde bereits im Artikel „Die Bank als Partner“ diskutiert. Ich hebe hier zusätzlich heraus, dass die Bank (wie jeder Geldgeber) sehen will, inwiefern das Geschäft bzw. der Umsatz wirklich kommt!  Weiterlesen „Kredit: Kriterien der Bank zur Kreditwürdigkeit“

Finanzierung durch Darlehen: Basel III, die Bank und der Mittelstand

Banken
Tilmann Jörg_pixelio.de        www.pixelio.de

Die Vorschriften gem. dem Basel III – Regelwerk geben den Banken hinsichtlich ihrer Eigenkapitalquote wie auch bezüglich ihres Risikomanagements strenge Auflagen. Folglich sind Banken heute stärker dazu angehalten, ihr Eigenkapital effizienter einzusetzen wie auch die Risiken bei der Darlehensvergabe konsequent zu begrenzen. Das bedeutet, dass die Banken bei der Prüfung von Kreditanträgen härtere Maßstäbe in Bezug auf eine gesicherte Rückzahlung von Krediten als auch auf den eigenen Nutzen aus dem gewährten Kredit anlegen müssen.  Fazit: es ist anspruchsvoller, Bankfinanzierungen zu erhalten bzw. der Wettbewerb darum wird heftiger.

Realistische Planung und Kontrolle

Damit werden für die Existenzgründung wie auch für mittelständische Unternehmen, mehr als noch bisher, die Bonität sowie finanzwirtschaftliche Transparenz zu entscheidenden Faktoren, um überhaupt ein Darlehen – und dann dieses auch zu günstigen Bedingungen – zu erhalten. Die Banken erwarten dazu u.a.

  • ein integriertes Planungs- und Steuerungsmodell zur Gewinn-und Verlustrechnung unter Einschluss der Liquiditätslage und entsprechenden Frühwarnindikatoren (z.B. rückläufige Umsätze, jüngst deutlicher Forderungsaufbau, erfolgte oder zu erwartende Kostensteigerungen, fortgesetzt reduzierte Kassen- und Kontostände)
  • einen monatlichen Soll-/Ist-Vergleich der kritischen Grössen, z.B. (netto)cash-flow, Schuldenservice, Fremdkapitalanteil
  • ein aussagekräftiges Berichtswesen von konstant verlässlicher Qualität.

Fitnessprogramm

In diesem kritischen Thema rate ich zu einem „Fitnessprogramm“, welches die Kreditwürdigkeit des Unternehmens auf die notwendige Ebene hebt. Dadurch werden die Bonitäts- und Produktivitätserwartungen der Banken erfüllt und so die Option auf eine Darlehensfinanzierung erhalten. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass dies auch für die Erlangung von Fördermitteln z.B. durch die KfW, gilt! Durch das Hausbankprinzip muss zuerst die Bank vom eigenen Vorhaben und der finanziellen Situation überzeugt sein, bevor sie eine Empfehlung an die KfW erteilt und Ihren Fördermittelantrag weiterreicht. Darüberhinaus wird das Fitnessprogramm auch relativ schnell eine positive Wirkung auf den Geschäftserfolg haben. Das Programm sollte im Prinzip die folgenden Schritte beinhalten:

1   Analyse der relevanten Daten und Prozesse sowie dort heraus die Identifikation des Handlungsbedarfs. Besonderes Augenmerk ist hier auf die Beurteilung Liquidität zu legen, den dies ist der Lebensnerv Ihres Unternehmens.

2    Definition von messbaren Zielen für alle relevanten Größen und Prozesse: Umsatz, Kosten, Mitarbeiter, Einzahlungen, Auszahlungen u.v.a.m.

3     Definition und Umsetzung einer Reihe von konkreten Massnahmen , z.B. in der Optimierung der Kapitalbindung oder in kaufmännischen Prozessen

4    Einführung oder Optimierung des Berichtswesens, inkl. des Ausweises und Kontrolle der kritischen Kennzahlen

5     Finanzkommunikation und kontinuierliche Kooperation mit der Bank – in guten wie in schlechten Zeiten

Sobald das Geschäft mit Hilfe dieses Fitnessprogramm’s finanzwirtschaftlich gut in Form gebracht ist, haben Sie sich die Möglichkeit, eine längerfristige Geschäftsentwicklung oder auch grössere Vorhaben durch Bankkredite oder Fördermittel der KfW und vergleichbaren Einrichtungen in den Ländern zu finanzieren, gesichert. Dies trägt dann auch wesentlich zur Gesamtstabilität der Finanzsituation Ihres Unternehmens bei.

Working-Capital-Management: Erste Hilfe bei Liquiditätsengpässen

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Rechnungen von Lieferanten, welche längere Zeit liegenbleiben oder auch gar nicht bezahlt werden können. Rückzahlung von Kreditraten und Zinsen: unklar, wie das diesmal zu bewerkstelligen sein soll. Wiederholte Mahnung bezüglich ausständiger Steuerschulden, vielleicht noch mit Androhung von Pfändungen. Leere Kasse und Kontostand nahe Null.  Und all das praktisch jedes Quartal oder gar jeden Monat wieder:  wie soll man sich da herauswinden?!

In einem ersten Schritt muss man sich selber gegenüber – hoffentlich nicht zu spät! – eingestehen, dass man ein Problem hat. Ein Problem, welches zu dauernder Zahlungsunfähigkeit und zur Insolvenz führt, sofern Sie es nicht sehr bald lösen. Fortan muss also etwas passieren bzw. grundsätzlich anders laufen. Damit stellen Sie dann jederzeit sicher, dass finanzielle Verpflichtungen durch Ihr Unternehmen vollständig und pünktlich erfüllt werden.  Nur wie bzw. durch was?

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Working Capital Management: „Geld besser bei mir als beim Kunden“ hier: Forderungen

Working Capital & Asset Management
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Sinn  und Zweck

Ziel des Forderungsmanagement ist es, den Geldzufluss aus dem Umsatz in die eigene Kasse oder auf das Kontokorrentkonto möglichst kontinuierlich und verlässlich zu gestalten. Schließlich müssen durch diesen Zufluss die vorfinanzierten Kosten im Umsatz abgedeckt, d.h. bezahlt, wie auch wieder frische Ressourcen beschafft werden.  Die Forderungen repräsentieren im Working Capital auch diejenigen Bilanzpositionen, welche den liquiden Mitteln am nächsten kommen und damit am ehesten rasch flüssig gemacht werden können (nur Wertpapiere können oftmals noch schneller flüssig gemacht werden)  Es lohnt sich also, im Asset Management hierauf ein ständiges Augenmerk zu legen. Eine Studie aus dem Jahre 2012/2013 von Roland Berger und creditreform ( Working_Capital_Management_2013 )  kommt zu dem Schluss, dass  die Forderungen ein ganz erhebliches  Refinanzierungspotenial im deutschen Mittelstand bergen. Weiterlesen „Working Capital Management: „Geld besser bei mir als beim Kunden“ hier: Forderungen“