Der Businessplan Hinweise zur Erstellung

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Der Businessplan ist nicht nur eine unverzichtbare Orientierung zur Steuerung des Geschäfts, sondern auch ein Türöffner zur Finanzierung seitens Investoren, Fördermitteln und Geschäftsbanken. Er besteht aus einer Vorhabensbeschreibung sowie einer integrierten Finanzplanung. Ein kurze Übersicht der relevanten Themen finden Sie in dieser Datei: Projektpräsentation

Acht Punkte, die sie besonders beachten bzw. tun sollten:

Kompakt und Knackig. Der Umfang des gesamten Planes sollte etwa 30 bis 40 Seiten betragen. Quellen, Listen, Forschungsergebnisse können ganz, ganz zum Schluss als Anhänge! eingefügt werden. Nur in außerordentlich – das bedeutet die Ausnahme – komplexen Projekten, darf es mehr sein. Wer es nicht schafft, sein Projekt auf +-40 Seiten umfassend jedoch auch prägnant und überzeugend darzustellen, der/die hat nicht genügend über das Geschäft nachgedacht und ist sich selber offenbar noch nicht ganz im Klaren darüber. Dies macht auf Investoren und Banken keinen guten Eindruck, Auch „Bücher“ über 100 Seiten werden oft spontan als nervig angesehen und häufig erst mal zur Seite gelegt.

„Investor-sicher“ schreiben. Allgemein verständlich, kurze Sätze, wenig Fachwörter bzw. Anglizismen welche „Normalsterblichen“ erst erklärt werden müssen und, bezüglich der prinzipiellen Gedanken in einem Punkt der Darstellung, wiederum eine Gliederung in Absätze. Stellen Sie sich vor, dass der Investor oder die Bank kein Spezialist aus Ihrer Branche ist, aber trotzdem auf Anhieb verstehen soll, „was Sache ist“ und warum es eine so verdammt gute Idee ist, in Ihr Vorhaben Geld reinzustecken. Widerstehen Sie der Versuchung, in zuviel Details über Ihr Produkt/Leistung etc oder gar über sich und Ihre Träume und Vorlieben zu schwelgen – auch wenn Sie noch so verliebt in Ihre Technologie oder Leistung sind.

Den wahrscheinlichen Fall planen und präsentieren.   Weder best- noch worst-, sondern den realistischen Fall fokussieren und dafür planen. Allerdings müssen Sie die zugrunde liegenden Annahmen –  z.B. verkaufte Mengen, Preise, Zinsen, Debitorenlaufzeiten, Warenbestände usw. – nachvollziehbar erörtern und ggf.später mit den Investoren überzeugend diskutieren. Wenn Sie wirklich exzellente Chancen sehen, dann müssen Sie die auch exzellent, d.h. „wasserdicht“, begründen können; das ist ok. Übrigens: ich hatte schon Projekte auf dem Tisch, die eine Umsatz- und Gewinn-Anlauframpe in der Planung aufwiesen, über welche die Googles und Microsofts dieser Welt vor Neid erblasst wären. Zu schön um wahr zu sein – zu schlecht um Geld zu investieren.

Executive Summary als Meisterstück. Dieser Teil soll in etwa 1-2 Seiten die wesentlichen Argumente und Zahlen Ihres Vorhabens spannend zusammenfassen, so dass der Leser auf alle Fälle interessiert weiterliest. Vergewissern Sie sich, dass alle wesentlichen Punkte, inklusive Management, kurz angesprochen werden und entscheidende Zahlen wie Umsätze, operatives Ergebnis und Kapitalbedarf mit dabei sind. Hier soll der Leser „Blut lecken“ – und es findet bereits häufig eine Vor-Entscheidung über Ihr Vorhaben statt.

Den Markt darstellen.  Erläutern Sie das Potential bzw. den Bedarf, der auf sie wartet und mit welchen Strategien und konkreten Maßnahmen – nicht zu vergessen Ihr Alleinstellungsmerkmal – Sie da herankommen. Dieser Punkt ist mit entscheidend darüber, inwiefern Ihnen Investoren und Banken glauben, dass der geplante Umsatz tatsächlich realisiert wird. Wenn Sie an dieser Stelle zu oberflächlich sind, bekommen die Geldgeber kein Zutrauen zu Ihrem Projekt.

Kapitalbedarf ermitteln.  Nicht nur eine Aufsummierung dessen, was Sie alles anschaffen wollen! Wer sich nur darauf bezieht, weckt Zweifel an seiner Kompetenz, das Geschäft auch finanziell unter Kontrolle zu halten. Der Kapitalbedarf ist – u.a. – ein Ergebnis der Liquiditätsplanung, in welcher Einnahmen aus Umsätzen und Ausgaben für Investitionen und für vielerlei Kosten Einfluss nehmen. Erst diese Gesamtschau zeigt, wieviel der Ausgaben durch Umsätze und andere Einnahmen gedeckt werden und was „übrig bleibt“: der zu deckende Kapitalbedarf, für welchen eine Finanzierung gesucht wird.

Bilder einstellen. „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“. Wie wahr! Bilder (Fotografien, Skizzen, Zeichnungen, Grafiken etc.) beleben die Präsentation, helfen dabei, dass der Leser „dran bleibt“ und vor allem erhält er/sie einen viel besseren Zugang und Verständnis zu Ihrer Geschäfts- bzw. Projektidee. Streuen Sie Bilder zur Veranschaulichung Ihrer Produkte oder Leistungsergebnisse ein oder wenn der Kern komplexer Sachverhalte deutlich gemacht werden muss. Andererseits: überladen Sie den Plan nicht, damit ein flüssiges Lesen nicht behindert wird.

Die Erstellung des Businessplans ist ein iterativer Vorgang und kann durchaus mit der Schaffung eines Gemäldes verglichen werden, wobei jeder Plan sehr individuell auf die Umstände und Ziele seines Projektes abhebt: zuerst werden die Strukturen aufgezeichnet, als Nächstes kommt die Farbe dazu. Nun sieht man erstmals was es werden soll. Nun arbeitet der Schöpfer  an vielen unterschiedlichen Stellen die Details bis zu den Feinheiten ein – sieht jetzt schon richtig gut aus – bis ein gekonntes „Finish“  das (Meister)Werk vollendet.  Anders als beim Gemälde, allerdings, muss der Businessplan als die Navigationskarte Ihres Geschäftes von Zeit zu Zeit neuen Umständen und Erkenntnissen angepasst werden. Dazu fällt mir ein Spruch des Unternehmers Gerald Heydenreich ein, der fünf erfolgreiche Unternehmen aufgebaut hat und mir sagte: „Etwa alle sechs Monate sollte man nicht in- sondern an seinem Geschäft arbeiten.“

 

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