Mit Markenrechten die Eigenkapitalbasis verbessern

Nutzen einer „versteckten“ Liquiditätsreserve durch Mobilisierung der monetären Werte von Marken. Mittelfreisetzung, Besicherung und Anwerbung von neuem Kapital . Den Beitrag hat Herr Dr. Ottmar Franzen vom Unternehmen „Konzept & Markt GmbH“ aus Geisenheim im Rheingau freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Eine starke Marke ist einer der Hauptgaranten für den Erfolg von Unternehmen. Unternehmen, wie Adidas, Beiersdorf (Nivea, Tesa) oder Daimler (Mercedes, Smart, Unimog, Setra) unterstreichen dies. Aber auch weniger erfolgreiche Unternehmen profitieren davon, wenn sie bei dem Versuch, ihre Eigenkapitalbasis zu verbessern, ihre Marken ins Kalkül ziehen. Der Autor dieses Beitrags hat in den zurückliegenden 25 Jahren fast 1.000 Marken, u.a. die Marken Blaupunkt, Pro Sieben oder ISPO Munich, bewertet. Die Erfahrung zeigt, dass Marken erkleckliche Werte darstellen können:

Die Unternehmensmarke eines mittelständischen Herstellers von Fruchtgetränken mit ca. 30 Mio. € Umsatz stellt einen Gegenwert von 4,2 Mio. € dar. Ein mittelständischer Hersteller von Mode mit 150 Mio. € Umsatz realisiert mit seiner sehr starken Marke einen Wert in Höhe von 180 Mio. €. Für die Baumarktkette OBI (international, 4,7 Mrd. € Umsatz) weisen wir einen Markenwert in Höhe von 760 Mio. € aus.

Da Markenwerte in Bilanzen nicht aktiviert werden dürfen, liegt Ihr Wert häufig im Dunkeln. Insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen sind ich der tatsächlichen Werte nicht bewusst. Darüber hinaus kommt zum Tragen, dass nicht nur aktive und im Markt präsente Marken sondern auch inaktive Marken einen Wert darstellen. Insbesondere wenn diese Marken national oder international geschützt sind, stellen sie ein interessantes Asset dar, denn die Kosten für die Kreation und den Schutz einer völlig neuen Marke sind erheblich und können schnell 10.000 bis 20.000 € erreichen.

Wer inaktive Marken besitzt und auch in Zukunft nicht nutzen möchte, kann sie zum Verkauf anbieten. Beispielsweise werden über die Vermittlungsplattform der mit uns kooperierenden Markenbörse  www.marken-boerse.com  Markenrechte zum Kauf angeboten. Das Angebot kostet für den Markeninhaber nur eine geringe Gebühr und erst bei erfolgreicher Vermittlung wird eine Provision fällig.

Eine Bereinigung des Markenportfolios und die Veräußerung von nicht genutzten Markenrechten kann eine Menge an stillen Reserven heben.

Aber auch Markenrechte, die man nicht verkaufen möchte, stellen ein attraktives Instrument dar, die Eigenkapitalbasis zu verbessern. Kommen wir zurück auf das Beispiel des Herstellers von Fruchtgetränken. Hier stellte sich die Situation so dar, dass für dringend notwendige Investitionen keine Eigenmittel vorhanden waren. Die Banken waren nicht bereit, weitere Investitionskredite zu geben. In dieser offensichtlich verfahrenen Situation kommt der Wert der Marke ins Spiel, der ja immerhin 4,2 Mio. € repräsentiert. Für das Unternehmen bieten sich mehrere Möglichkeiten an, den Markenwert zu mobilisieren:

  1. Sale and Lease back – Die Marke wird an einen Investor verkauft und dann für die eigene Nutzung geleast. Mit diesem Schritt wird kurzfristig frisches Kapital in die Kasse gespült. Vertraglich kann ein bevorzugtes Rückkaufsrecht für die Marke eingeräumt werden, das es dem alten Markeninhaber erlaubt, in einer wirtschaftlich besseren Situation die Markenrechte zurückzukaufen.
  2. Besicherung der Markenrechte für Fremddarlehen – Wenn das Eigenkapital als Sicherheit nicht mehr ausreicht und auch keine Bürgschaften gestellt werden können, stellt die Marke die Sicherheit dar. Die Markenrechte werden an den Kreditgeber als Sicherheit abgetreten. Die Beleihung erfolgt im Regelfall nicht zu 100%, ca. 30% bis 40% sind aber realistisch.
  3. Argument zur Anwerbung von externen Investoren – Eine wertvolle Marke macht ein Unternehmen unbestritten attraktiver, insbesondere auch für neue Investoren. Neue Investoren können als stille oder als Neu-Gesellschafter das Eigenkapital erhöhen.

Eine Markenbewertung macht also in vielerlei Hinsicht Sinn. Vor allem schafft sie Bewusstsein und Sicherheit über eine stille Reserve, die in der Krise die letzte Rettung sein kann. Achten Sie darauf, dass die Bewertung seriös nach den Einschlägigen Standards durchgeführt wird, insbesondere der DIN ISO-Norm 10668. Ein weiteres wichtiges Gütekriterium ist, dass nicht nur reine Finanzkennziffern sondern der Status der Marke in den Köpfen der potenziellen Nachfrage berücksichtigt wird. Der Wert einer Marke entsteht nicht auf dem Papier, sondern durch die Reputation bei den Kunden.

Mehr Informationen erhalten Sie unter  www.markenbewertung.de.

 

Working Capital & Asset Management: Absicherung von Kundenzahlungen, Vertrauen schaffen auf beiden Seiten

Hand auf Geld
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Legen Sie in der Liquiditätskontrolle jederzeit ein besonderes Augenmerk auf den Geldzufluss aus dem operativen Geschäft. Ein berechenbarer Geldeingang ist für die eigene Zahlungsfähigkeit absolut wichtig (bei steigender Bedeutsamkeit je höher die Beträge werden).

Heute stelle ich als eine Variante des „best practice“ im Asset Management das Verfahren des Solardachsteinherstellers „Autarq“ aus der Solarbranche vor. Autarq sichert die beträchtlichen Beträge, die seitens der Kunden an Autarq nach Auftragserteilung zu leisten sind, über ein Treuhandkontoverfahren ab. Der Kunde (Treugeber) leistet die komplette fällige Zahlung inklusive Umsatzsteuer auf ein Treuhandkonto. Die Auszahlung der Beträge erfolgt durch einen qualifizierten Treuhänder nach Leistungsfortschritt. Diese Leistungsschritte sind zwischen Treugeber und Treuhänder im Vorfeld schriftlich zu vereinbaren. Die Freigabe kann der Treugeber selbst, oder ein Beauftragter übernehmen.

Hier ein Auszug aus einem Angebot Autarqs damit Sie sehen, wie es funktioniert: 

Zahlungen und Sicherung 

Für die Auftragsabwicklung greifen wir auf ein Treuhandkontoverfahren zurück, bei welchem Sie als Kunde an einen Treuhänder Zahlungen leisten und nicht an Autarq direkt.  Unser Treuhandpartner ist die Rechtsanwaltskanzlei Neuendorff http://www.eco-treuhand.de

Als junges Unternehmen ist Autarq auf einen planbaren Zahlungsfluss angewiesen. Durch das Treuhandverfahren wird für Autarq die schrittweise Bezahlung gemäß Projektfortschritt gewährleistet. Gleichermaßen haben Sie als Kunde den Vorteil, dass der Treuhänder garantiert erst nach erbrachter Leistung und erst nach Erhalt des von Ihnen unterzeichneten Freigabescheins die jeweils fällige Abschlagszahlung an Autarq leistet. Bei Nichterbringung der Leistung durch Autarq erstattet der Treuhänder den Betrag auf dem Treuhandkonto an Sie zurück.

Nach Auftragserteilung erfolgt die Zahlung des Gesamtbetrages auf das Treuhandkonto. Über jede Veränderung auf dem Treuhandkonto erhalten Sie eine Benachrichtigung. Der Betrag auf dem Treuhandkonto wird in folgenden Abschlägen von Ihnen bzw. Ihrem Projektverantwortlichen freigegeben und vom Treuhänder an Autarq ausgezahlt: 

– 1. Abschlag – 60% des Gesamtbetrags

Die Zahlung erfolgt nach Anlieferung der Solardachsteine frei Baustelle. Der von Ihnen unterschriebene Ablieferbeleg des Spediteurs gilt als Freigabeschein fur die Abschlagszahlung. 

– 2. Abschlag – 20% des Gesamtbetrags

Die Zahlung erfolgt nach Anlieferung der Laderegler, Wechselrichter und Verkabelungsmaterial frei Baustelle. Der von Ihnen unterschriebene Ablieferbeleg des Spediteurs gilt als Freigabeschein für die Abschlagszahlung. 

– 3. Abschlag – 20% des Gesamtbetrags

Die Zahlung erfolgt nach Anlieferung der Solarbatterie frei Baustelle. Der von Ihnen unterschriebene Ablieferbeleg des Spediteurs gilt als Freigabeschein für die Abschlagszahlung

Entscheidend ist hier die Einrichtung und Leistung (Zahlung) auf ein Treuhandkonto, welches zwei wesentliche Funktionen hat:

  1. Zum einen signalisiert es dem Lieferanten, daß genügend Geld verfügbar ist, um seine Leistung vollständig zu bezahlen. Damit scheiden Verluste von Forderungen einerseits aus. Andererseits wird durch die phasenweise Auszahlung, d.h. Zahlungsschritte geknüpft an im Vorfeld vereinbarte Leistungsschritte, der Liquiditätseingang planbar.
  2. Der Kunde erhält zwei Sicherheiten, im Insolvenzfall geht sein Geld nicht unter in der Masse. Sein Geld wird erst dann auf das Konto des Lieferanten geleistet, sobald der Leistungsschritt wie vereinbart erfolgt ist. Damit werden etwaige Friktionen und Streitigkeiten zwischen Kunde und Lieferant von vornherein nahezu vollständig eliminiert.

Natürlich kann dieses Modell, je nach Projekt- oder Geschäftstyp hinsichtlich der Definition der Leistungsschritte und der damit verbundenen Auszahlungsschritte variiert werden. Der entscheidende Nutzen für beide Parteien wird auf alle Fälle durch die Zug-um-Zug-Konstruktion erbracht. Fazit:  ein Beispiel für gutes Working-Capital-Management.

Working Capital & Asset Management : Interne Kapitalfreisetzung

Working Capital & Asset Management
Working Capital & Asset Management                         Thorben Wengert http://www.pixelio.de

Hier geht es vor allem um die Freisetzung von Mitteln für eine andere Verwendung im Unternehmen, wie auch um die permanente Absicherung und Optimierung der Liquidität – und zwar über längere Zeit. In diesem Artikel betrachten wir Maßnahmen im operativen Bereich; Stichwort: Asset Management, insbesondere Forderungen sowie Vorräte an Rohstoffen, Werkstattbeständen und Fertigerzeugnissen. Diese Bilanzpositionen liegen im Fokus der Working Capital Optimierung. In weiteren Artikeln werden strategische bzw. planerische Gesichtspunkte behandelt.

Das Asset Management richtet sich auf die effiziente Handhabung der Einkommensquellen und Ressourcen für den laufenden Betrieb. Weiterlesen „Working Capital & Asset Management : Interne Kapitalfreisetzung“

Working Capital & Asset Management: ABC-Analyse.

ABC-Analyse
ABC-Analyse – lagerwiki

„Wir machen mit ca. 20% unserer Kunden 60% aller Umsätze. Mit weiteren 30% machen wir ca. 25% unseres Umsatzes und der Rest von 15% unserer Umsätze verteilt sich auf 50% der Kunden“ So in etwa der Vertriebschef eines Unternehmens aus dem Bereich für Hausgeräte. In der Tat kann man aber auch seine Lagerbestände – ob Rohstoffe oder Fertigprodukte – nach der gleichen Methode, der sog. „ABC-Analyse“ betrachten; z.B.: „Nur 10% unserer Lagerartikel machen 75% unseres wertmäßigen Bestands (oder auch Jahresverbrauchs) aus,  weitere 25% der Positionen decken 20% des Bestandswertes ab und der Rest von 65% machen nur 5% des Bestands aus.“ Was ist nun der Hauptzweck dieser Analyse –  die immer einer Beurteilung sowie der Definition von Maßnahmen im Working Capital Management vorausgehen müssen?

Es geht darum, den Fokus der Anstrengungen auf die Lagerartikel zu richten, bei denen es sich zuallererst lohnt, die Kapitalbindung zu optimieren. Hierzu ein Beispiel aus „lagerwiki“: „Oftmals ist ein Großteil des im Lager gebundenen Kapitals auf eine stückzahlmäßig geringe Anzahl von Waren verteilt. Die ABC-Analyse gibt in der Logistik Auskunft über diese Kapitalverteilung auf einzelne Waren im Lager. Sie zeigt deutlich bei welchen Waren besonders auf Bestandsoptimierung geachtet werden sollte. Bei Normteilen wie Schrauben die in großen Stückzahlen benötigt werden macht eine aufwendige Bestandsoptimierung kaum Sinn. Es ist wirtschaftlich einfach nicht sinnvoll, einen Mitarbeiter mit dem Einholen von Angeboten, deren Vergleich und der Ermittlung des optimalen Lagerbestandes stundenlang zu beschäftigen um ein paar Euro beim Einkauf zu sparen, nicht zuletzt da diese Teile sehr wenig Platz im Lager einnehmen und auch preisgünstig zu erwerben sind. Hinzu kommt dabei auch noch das gerade Normteile oftmals von vielen Lieferanten zu ähnlichen Konditionen und ohne große Lieferverzögerungen zu beziehen sind.“ Stattdessen müssen jene Artikel identifiziert werden, für welche, mit Blick auf das Produktionsprogramm bzw. den betrieblichen Bedarf, sorgfältig ein Sicherheitsbestand wie auch, unter Berücksichtigung der Lager- und Beschaffungskosten, eine vernünftige Bestellmenge festgelegt werden sollen. Erst dadurch wird eine Optimierung bei vergleichsweise teuren Artikeln gezielt und besonders wirkungsvoll, um schließlich zu viel gebundenes Kapital freizusetzen.

Zusammengefasst kann man sagen: Die ABC-Analyse (hier im Bereich Lager) ist ein Standardinstrument, welche immer vor einem Working Capital Management durchgeführt werden muss. Dadurch werden die entsprechenden Maßnahmen auf die interessantesten Bereiche fokussiert und so das Freisetzungspotential an gebundenem Kapital voll zur Entfaltung gebracht.

Existenzgründung & Kredit: Bankgespräch

2 Hände
Jorma Bork pixelio.de      www.pixelio.de

„Der Kunde, der den Kredit beantragt bekommt das Geld und nicht sein Berater“. So der Firmenkunden-Berater einer Bank zu mir während einer Unterhaltung über Präsentationen von Projekt-Eigentümern bei der Bank – kann aber auch bei Investoren sein. Natürlich kann der Berater , der vielleicht den Business- und Finanzplan zusammengestellt für seinen kreditsuchenden Klienten hat, beim Bankgespräch zugegen sein. Jedoch ist es ein bisschen so wie im UNO-Sicherheitsrat: vorne sitzen die Botschafterin oder der Außenminister und vertreten ihre Sache. Dahinter sitzen die Helfer und Mitarbeiter, die ihr/ihm ggf. etwas zuflüstern. Es sollte klar sein: Sie sitzen vorne! Sie suchen als Projekt-Eigentümer einen Geldgeber und somit stehen Sie in der Verantwortung.

Auf Augenhöhe mit Ihrem Gegenüber von der Bank oder mit einem Investor vertreten Sie kompetent und prägnant Ihr Projekt und zeigen, warum es eine so gute Idee ist, dies mit Geld zu unterstützen.  Wer bei der Frage der Bank „Erzählen Sie mir doch mal was über Ihr Geschäft“ schon ins Schleudern kommt, hat schlechte Karten. Deswegen überlegen Sie sich vor dem Gespräch zu den wichtigsten Themen (Hinweise folgend), was Sie dazu sagen werden. Sie kommunizieren prägnant den Nutzen, den Ihr Produkt oder Leistung bietet, das Alleinstellungsmerkmal, welches Sie von Ihren Wettbewerbern abhebt, Ihre Positionierung und entsprechende Chance am Markt und ganz besonders auch, was Sie alles tun, damit das geplante Geschäftsvolumen auch wirklich realisiert wird.  Sie haben die wichtigsten Zahlen sowie die zugrunde liegenden Annahmen zur Entwicklung des Umsatzes, der Kosten, der Kostenstruktur, des Geschäftserfolges und des Eigenkapitals im Kopf und überzeugen auch darin, dass Sie Ihr Unternehmen auch finanziell unter Kontrolle d.h. – in erster Linie – immer liquide haben. Sie antworten auf Fragen der Bank/des Investors auf den Punkt und nicht zu lang. Bei Details oder Klärungsbedarf können Sie sich ruhig mal an Ihren Berater wenden, jedoch sind Sie der „Herr des Verfahrens“ – und sollten sich auch so verhalten.

Jeder Geldgeber will vom Menschen und seinem Projekt überzeugt werden. Es ist das Management, das unter Durchführung eines guten Konzepts und seiner guten Positionierung im Markt das notwendige Geschäftsvolumen generiert und das Projekt für alle Beteiligten, natürlich auch für Bank und Investor, zum Erfolg führt.

Working Capital & Asset Managemnent: „Vielleicht ein klein wenig später, aber keinesfalls zu früh“: Lieferverbindlichkeiten

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Einführung

Obwohl dieses Thema des Working Capital nicht so viel Potential zur Kapitalfreisetzung birgt, wie die Forderungen oder die Vorräte, so lohnt es sich ebenfalls daran zu arbeiten. Hauptsächlich geht es darum, mit den Lieferanten, welche uns vom Betrag her das meiste Material liefern (meistens die sog. Schlüsselmaterialien, Analyse gem. 80:20-Regel), günstige Konditionen auszuhandeln und effiziente Zahlungsprozesse  zu implementieren.  Je länger die Zahlungsziele sind, welche wir für uns aushandeln, desto länger bleibt das entsprechende cash bei uns in der Kasse.

Nutzen

Lieferantenverbindlichkeiten werden üblicherweise in Days payables outstanding (DPO) gemessen. Ein Beispiel: die Lieferverbindlichkeiten werden zum (vergangenen) Materialeinsatz (!) (oder noch genauer: zu den vergangenen Lagerzugängen) in Beziehung gesetzt: bei 900T€ Materialeinsatz bedeuten dann 100€ Lieferverbindlichkeiten, dass wir durchschnittlich erst nach etwa 40 Tagen (DPO) unsere Rechnung bezahlen. Für diese Zeit steht uns der erwähnte Betrag zur Finanzierung unserer Forderungen und Vorleistungen zur Verfügung – und natürlich auch länger oder kürzer, je nach dem wie gut bzw. hart wir verhandelt haben. Entsprechend später oder früher müssen wir dann andere Finanzierungsquellen wie z.B. Erweiterung von Kreditlinien durch die Bank anzapfen. Die Wirkung dieses Themas auf die Liquidität dürfen wir nicht unterschätzen.

Massnahmen zur Kapitalfreisetzung wären z.B.:

  • Möglichst lange Zahlungsziele vereinbaren, ggf. mit
  • Flexibilität beim Preis oder andere Kompensationen. Hier ergibt sich eine Optimierungsaufgabe zwischen guten Konditionen einerseits und externem Finanzierungsbeitrag andererseits.
  • Kurze Anlieferintervalle, kleine Zahlungsbeträge. Wenn wir öfters und folglich ceteris paribus kleinere Mengen anfahren lassen, so wird aus einer grossen Rechnung 2,3, oder auch 4 kleinere. Im übrigen ist es dann auch etwas einfacher, Lieferungen zu verschieben oder vorzuziehen.
  • Konsequente Eingangskontrolle von Qualität der erhaltenen Anlieferung/Leistung sowie der korrekten Rechnungsstellung. Motto: bezahlt wird nur das, was die gefordeten Eigenschaften hat und vertragsgemäss berechnet wurde.
  • Ausgabenbewilligung in den Einkaufsvorgang integrieren. Letztlich muss diese Abteilung den ganzen Prozess der Versorgung bis zu „Ware im Lager“ überwachen und ggf. optimieren. Geteilte Verantwortung über mehrere Abteilungen hinweg bringt Kompetenzstreitigkeiten und Fehler in der Abwicklung. Natürlich mag ein Spezialist für die Prüfung von Rechnungen eingesetzt werden, jedoch letztlich soll derjenige, der bestellt hat auch – gem. input aus den beteiligten Stellen – die Zahlung freigeben.
  • Rechnungen nicht stark überfällig werden lassen: Verzugszinsen drohen und die Bonität, die hinsichtlich künftiger Zahlungsziewle und evt. Refinanzierungen gebraucht wird, leidet ebenfalls.
  • Wechsel zu Lieferanten mit günstigeren Lieferkonditionen. Ein mühsames und häufig teures Unterfangen, weil viele Ebenen wie Technologie, Logistik, Qualität,  Kosten beteiligt sind. Jedoch ist dies manchmal nicht zu umgehen. Dies ist besonders der Fall bei
  • Lieferanten mit hohem Erfüllungsrisiko: solche, die häufig zu spät und/oder unzureichende Qualität liefern. Hier müssen Sie versuchen, die Geschäftsbeziehung optimieren oder – falls „hoffnungslos“ – den Lieferanten aus der Versorgung streichen und einen adäquaten Ersatz suchen. Sollte sich ein solcher Fall herausstellen, so reagieren Sie eher früher als später. Das spart Kosten und Nerven.

 

Working Capital & Asset Management: Cash-Pooling zur Verbesserung der Liquidität

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Dieser Artikel bezieht sich hauptsächlich auf Unternehmen mit mehreren Töchtern. Jedoch ist das vorgestellte Instrument auch allgemein ganz interessant. Beschrieben und diskutiert werden überschüssige liquide Mittel in einzelnen Tochterunternehmen, welche in anderen Einheiten mit akuten Liquiditätsbedarf genutzt werden können. Das sog. cash-pooling, gesteuert und kontrolliert durch eine zentrale Instanz im Unternehmen, schafft den Ausgleich zwischen den einzelnen „Töpfen“ und minimiert den Rückgriff auf externe (und ausgabewirksame!) FinanzierungenDamit ist nicht nur dem Geschäftserfolg und der Liquidität gedient, sondern ebenfalls der Bonität des gesamten Unternehmens bzw. dessen bank-internes Rating.

Hier geht’s zum Artikel der Deutschen Unternehmerbörse -DUB: dub_newsletter_cashpool.pdf

Working Capital & Asset Management: Gesundheitscheck der Unternehmensfinanzen

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Anlass

Von Zeit zu Zeit sollten wir, wie unsere eigene Gesundheit auch, unsere Unternehmensfinanzen einer genaueren Überprüfung unterziehen: Haben wir immer genug liquide Mittel in der Kasse oder auf dem Konto, um die anstehenden Rechnung zu bezahlen? Besonders von der Umsatzseite her: fliesst genug Geld zu, um auch künftig die Zahlungsfähigkeit weiterhin aufrechterhalten zu können? Deckt unser Umlaufvermögen die kurzfristigen Verbindlichkeiten und ist unser Unternehmen somit generell finanziell stabil? Ist andererseits die Kapitalbindung auf vernünftigem Niveau, so dass wir durch die Zinskosten den Geschäftserfolg nicht zu sehr belasten? Birgt die Geschäftsentwicklung bestimmte finanzielle Risiken, welche im Auge behalten oder angegangen werden sollten? In diesem Zusammenhang verweise ich auch auf den Artikel https://andreas54dittrich.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=1034&action=edit

Hinsichtlich dieser und weiterer Fragen biete ich Ihnen an, Ihre Unternehmensfinanzen zu einem sehr fairen Preis zu untersuchen sowie das Ergebnis und ggf. anzuratende Maßnahmen mit Ihnen diskutieren. Das Testprogramm umfasst dabei die folgenden Themen:

Schritte

  1. Auswertung von Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnung sowie weitere Unterlagen
  2. Ermittlung von Kennzahlen
  3. Gespräch über Produkte und relevante Märkte: Umsatzstruktur, Umsatzprognose, Kostenstruktur, Gewinnbeitrag von Produkten, aktuell besonders kritische Bereiche?
  4. Rundgang durch den Betrieb, falls sinnvoll
  5. Beurteilung und gemeinsame Erörterung des Handlungsbedarfes

Wir benötigen etwa 4 bis 5 Stunden, in denen wir die o.a. Schritte unternehmen. Selbstverständlich bin ich bereit, hierzu eine Vertraulichkeitserklärung zu unterzeichnen. Somit bleibt der Schutz Ihrer Unternehmensinteressen gewahrt.

Nutzen

Ein solcher Check der Finanzen aus neutraler Sicht kann einerseits Klarheit über die stabile Situation in diesem kritischen Bereich bringen. Es können aber auch Themen oder Probleme auftauchen, die im Sinne eines guten Geschäftserfolges Potential zur Verbesserung haben oder bei denen, im Hinblick auf sich abzeichnende Risiken für das Unternehmen, sogar schnelles Handeln geboten ist. Somit wird diese gemeinsame Untersuchung Ihnen in der einen oder anderen Form einen Nutzen bringen.  Ich erwarte gerne Ihren Anruf oder Ihre mail, um die weiteren Schritte zu organisieren.

Working Capital & Asset Management: Forderungen und Factoring

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Ich bringe heute einen kürzlich erschienenen Artikel aus der Deutschen Unternehmerbörse (dub):  Freiraum mit Factoring . Die wichtigsten Punkte, die es beim Thema zu überlegen gibt, werden diskutiert sowie die Auswirkungen auf wesentliche Bilanz- und Liquiditätspositionen angesprochen. Von meiner Seite füge ich noch an, daß der Factor (die Firma, welche Ihre Forderungen kauft) Forderungen nicht selektiv übernimmt, d.h. „die schlechten an den Factor, die guten bleiben bei mir“ ist nicht möglich. Der Factor übernimmt in der Regel ganz oder gar nicht. Weiter zu beachten ist, dass der Factor Zeit braucht, um die Bonität der betroffenen Kunden einzuschätzen. Deswegen sollte man auf alle Fälle mit 4-6 Wochen rechnen, bis das Thema implementiert ist.  Siehe auch den Artikel in diesem Blog: Forderungsmanagement

Working Capital & Asset Management: Liquiditätsbewusstsein hat nicht nur der Chef!

Grundidee

Working Capital & Asset Management
Working Capital & Asset Management                                   GG-Berlin_www.pixelio.de

Massnahmen im Asset Management wie z.B. verbessertes Forderungsmanagement, eine ausgewogene Bestellpolitik sowie konsequente Prozessoptimierungen sind auf alle Fälle hilfreich, um die Liquidität zu stützen. Ich verweise dazu auf den Artikel Liquidität optimieren , der das Thema im Detail behandelt.   Jedoch erst ein lebendiges Bewusstsein zur Liquidität sowie entsprechendes Verhalten und Entscheidungen bringen dem Thema langfristig die nötige Durchschlagskraft und halten das Unternehmen auf sicherem Boden. Dies gilt nicht nur für die Chefetage sondern praktisch für alle Mitarbeiter. Im Grunde soll jeder Mitarbeiter im Unternehmen, gemäss seinen Möglichkeiten, so auf das Geld der Firma aufpassen, wie er auf sein eigenes aufpasst. Diese Einstellung kann durch Fördermaßnahmen zum Working Capital wie auch hinsichtlich des Liquiditätsbewusstseins wachgerufen und trainiert werden: Weiterlesen „Working Capital & Asset Management: Liquiditätsbewusstsein hat nicht nur der Chef!“