Crowdinvesting – Beteiligungskapital von „Menschen wie Du und ich“

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Für Unternehmen aller Größen eine Möglichkeit, Kapital für den Kauf oder die Entwicklung von Produktionsausrüstung, für kleinere Investitionen in Forschung und Entwicklung aber auch in Maßnahmen für die Markteinführung zu gewinnen. Dieses Instrument kommt häufig auch dann zum Einsatz, wenn andere Wege zur Kapitalbeschaffung nur schwer oder gar nicht möglich sind, z.B. weil Fremdkapitalgebern das Risiko zu hoch erscheint oder weil hinreichende Sicherheiten nicht gestellt werden können oder weil weder Business Angels noch Venture-Capital-Gesellschaften gewonnen werden konnten. Der Kapitalbedarf, der über diesen Weg beschafft werden kann, startet meistens bei €100.000. Es ist eine ziemlich neue Form der Finanzierung, bei der sich Interessierte, auch nicht vermögende private Personen, bereits mit kleinen Beträgen – ab €25 –  als Investor an einem Projekt beteiligen können.  (Ein Verwandter davon ist das sog. Crowd- oder auch „Peer-to-Peer Lending). Es tummeln sich in diesem Bereich bereits einige Organisationen wie z.B.  seedmatch, lightfin, companisto, kickstarter und Kapilendo Venture, nur um mal einige zu nennen.Hier wie es im Prinzip funktioniert:

Auf einer Internetplattform wird das kapitalsuchende Unternehmen mit vielen vielen (Crowd!) privaten „Kleininvestoren“ zusammengebracht. So kann das Projekt aus sehr vielen Quellen mit bereits – je nach Plattform – kleinen Beträgen  ab €25 oder etwas kräftiger wie z.B. ab €250 (natürlich auch mehr pro Investor) gespeist werden. Die Investoren werden Miteigentümer ohne Mitsprache. Der zu deckende Kapitalbedarf beginnt in der Regel ab etwa €50.000 bis €100.000 und geht bis ca. € 2 bis €3 Mill. oder etwas höher.  Die Laufzeit beträgt je nach Projekt meistens zwischen 3 bis 7 Jahren. Ziel für die Investoren ist es, am Ende durch einen gesteigerten Unternehmenswert mehr herauszuholen als sie anfangs investiert haben. Das Projekt bzw. das Unternehmen muss durch seine Unterlagen und ein persönliches Gespräch mit den Plattform-Betreibern überzeugen. Danach müssen Unternehmen und Plattform gemeinsam für in das zu investierende Projekt werben, um genug Interesse bei potentiellen Investoren zu wecken. Hier werden u.a. auch Bilder und ggf. ein Film auf die Plattform gestellt. Das bringt die emotionale Komponente der Präsentation zur Geltung bringt, was zur Erzeugung von Begeisterung für Ihr Vorhaben bestimmt hilfreich ist Das ist nicht ganz billig, denn die Plattformen lassen sich ihre Dienste mit zwischen 2% und 10% der Finanzierungssumme – je nach Umfang ihrer Leistung –  als fixe Gebühr vergüten und eine jährliche Gebühr von ca. 1 % kommt oft noch hinzu. Die „crowd-mäßig“ vorbereitete Präsentation bleibt dann im Allgemeinen von 30 bis zu 90 Tagen auf der Internet-Plattform für jedermann sichtbar. Investoren können über diese Plattform auch ihr Investment „reinstecken“ bzw. eingeben. A propos reinstecken: Erst wenn innerhalb der genannten Zeit der gesamte Kapitalbedarf durch die Summe der einzelnen getätigten Investments abgedeckt ist, geht das Geld an das Unternehmen; im anderen Fall sofort wieder zurück an die Investoren. Die Modalitäten der späteren Rückzahlung werden in den Investitionsbedingungen vertraglich vereinbart.

Fazit:   Die Chancen für eine Finanzierung nähren sich aus den vielen Interessenten und vielleicht sogar „Liebhabern“, die sich für ein Thema begeistern – zumal die geringen Beträge, mit denen sie sich beteiligen können, für viele verkraftbar sind. Die Kosten für die Finanzierung als auch der zeitliche Aufwand, der für eine gute Vorbereitung der Einwerbung auf der Plattform getrieben werden muss, sollten jedoch nicht unterschätzt werden. Und dann ist ein Erfolg der Finanzierung, der in einem bestimmten Zeitraum zu erfolgen hat, immer noch offen, da er von einer glücklichen Werbung auf der Website der Plattform und andererseits auch vom Interesse des Publikums abhängt. Klar: eine echte Alternative, nicht zuletzt deshalb, weil es manchmal die einzig verbliebene Finanzierungsalternative sein kann. Jedoch: die Bäume sollten nicht in den Himmel wachsen.

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