Existenzgründung & Kredit: „Funktioniert’s?“ Proof of concept

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Existenzgründung & Kredit Rosel Eckstein www.pixelio.de
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Würden Sie ein Gerät kaufen, von dem Sie nicht sicher sein können, ob das überhaupt länger als ein paar Wochen oder Monate funktioniert? Oder würden Sie eine Dienstleistung buchen, bei der Sie Zweifel haben, dass Sie den erwünschten Nutzen bringt? Oder bestellen Sie gar eine App, von der Sie schon paarmal gehört haben, dass sie öfters mal aussteigt bzw. abstürzt? Oder kaufen Sie tatsächlich ein Auto, bei dem der TÜV schon abgelaufen und ziemlich zweifelhaft ist, ob das Ding nochmal zwei Jahre in den Straßenverkehr darf?

Jeder Geldgeber, ob Investor oder Bank, will wissen, ob das Produkt oder die Leistung, mit der Sie Ihr Geld verdienen möchten, wirklich das macht, was es soll und hält was es verspricht. Dazu sagt man kurz und bündig: proof of concept. Es ist der Nachweis, dass eine Geschäftsidee praktisch umsetzbar und wahrscheinlich wirtschaftlich erfolgreich sein wird. Es ist damit eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass Geldgeber, also nicht nur Kunden und Geschäftspartner, sich mit Ihrem Angebot ernsthaft beschäftigen. Denn für fehlerhafte, unsolide, nicht gefragte, zu aufwendige oder teure oder gar gefährliche Produkte und Leistungen hat keiner Interesse, ist kein Geschäft zu machen und ist somit nicht geeignet, mit einer Beteiligung oder Fördermitteln unterstützt zu werden. (Bankdarlehen sind für diesen Zweck meistens nicht zu bekommen).

Proof of concepts, die etwas taugen oder wenigstens die Annahme einer hinreichenden Funktionalität nahelegen, können zum Beispiel sein:   Prototypen, Demoversionen, Beta-Versionen, Referenzen, Zertifizierungen, technische Testberichte , Gutachten, Erfahrungsberichte von kompetenter Seite, Medikamentenzulassungen, erreichter break-even point etc. Nur wenn dies vorliegt oder die berechtigte Aussicht besteht, dass ein wie auch immer gearteter proof of concept erreicht werden wird, macht es Sinn, die Geschäftsidee oder -modell weiterzuentwickeln und – erst wenn der proof of concept vorliegt! – eine Finanzierung dafür zu beantragen.

Die Schaffung eines proof of concept kostet Geld, wie zum Beispiel für Forschung und Entwicklung, Tests, Untersuchungen, Befragungen, Dokumentation usw. Für diese Zwecke werden auch staatliche Gelder zur Unterstützung vergeben. Junge Technologieunternehmen können entweder Mittel aus dem High-Tech-Gründerfonds des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erhalten oder auch von der KfW, aber dann nur, wenn sie selber einen sog. „Leadinvestor“ vorstellen. Die angesprochene Unterstützung macht für diesen High-Tech Kreis auch besonders Sinn, da die Kosten für einen proof of concept gemäß der Natur der Produkte sehr hoch sein können. Das „Zentrale Innovationsprojekt Mittelstand – ZIM“ unterstützt ebenfalls mit Geldern für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die allerdings in diesem Fall bestehende kleine oder mittlere Unternehmen im Fokus haben. Jedoch auch Business Angels bzw. private Investoren engagieren sich in dieser frühen Phase eines start-ups.

Fazit:  ein proof of concept ist für den Start und die erfolgreiche Geschäftsentwicklung unabdingbar – nicht nur zum Geldverdienen, sondern auch, um eine Finanzierung zu erhalten. Vornehmlich technologieorientierte Gründer und Mittelständler werden mit staatlichen Mitteln unterstützt. Andere Unternehmen sind im Wesentlichen in dieser Phase auf Investoren angewiesen.

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