Working Capital & Asset Management: Liquiditätsbewusstsein hat nicht nur der Chef!

Grundidee

Working Capital & Asset Management
Working Capital & Asset Management                                   GG-Berlin_www.pixelio.de

Massnahmen im Asset Management wie z.B. verbessertes Forderungsmanagement, eine ausgewogene Bestellpolitik sowie konsequente Prozessoptimierungen sind auf alle Fälle hilfreich, um die Liquidität zu stützen. Ich verweise dazu auf den Artikel Liquidität optimieren , der das Thema im Detail behandelt.   Jedoch erst ein lebendiges Bewusstsein zur Liquidität sowie entsprechendes Verhalten und Entscheidungen bringen dem Thema langfristig die nötige Durchschlagskraft und halten das Unternehmen auf sicherem Boden. Dies gilt nicht nur für die Chefetage sondern praktisch für alle Mitarbeiter. Im Grunde soll jeder Mitarbeiter im Unternehmen, gemäss seinen Möglichkeiten, so auf das Geld der Firma aufpassen, wie er auf sein eigenes aufpasst. Diese Einstellung kann durch Fördermaßnahmen zum Working Capital wie auch hinsichtlich des Liquiditätsbewusstseins wachgerufen und trainiert werden:

Workshops für Verantwortungsträger

Zuerst die Führungskräfte! Ihnen muss klar sein, dass es sich um eines der zentralen Themen, wenn nicht sogar das wichtigste, im Unternehmen handelt. Liquidität bzw. jederzeitige Fähigkeit seinen Verpflichtungen pünktlich und voll nachzukommen ist der „Lebenssaft“ des Unternehmens; wenn er versiegt, ist das Unternehmen nicht mehr lebensfähig. Workshops zum Working Capital Management und zur Liquiditätsplanung und -kontrolle ( Planen und Kontrolle ) sowie zum Reporting und abzuleitenden Verbesserungsmaßnahmen, zugeschnitten auf den jeweiligen Verantwortungsbereich, sind auf alle Fälle eine gute Idee. Hier können externe Partner wie z.B. Partner aus der Hausbank oder spezialisierte Berater einen guten Beitrag zum Asset Management leisten.

Information der Belegschaft

Die Unternehmensleitung soll in einer geeigneten Veranstaltung die Bedeutung der Liquidität sowie in groben Zügen die Maßnahmen erläutern, welche diese unterstützen. Dabei müssen Sie an die Verantwortung eines jeden einzelnen Mitarbeiters appellieren. Jeder der seine Geldbörse „managed“ kann auch das eine oder andere zur Liquidität des Unternehmens beitragen. Schließlich geht es hier um den „Topf“ aus welchem die Löhne und Gehälter – an alle! – gezahlt werden.

Prüfung von Verfahrensweisen und Kosten

Hier geht es darum, unternehmensweit Praktiken zu identifizieren, welche unnötig Liquidität entziehen. Diese Prüfung hat den Zweck, Kostensenkungspotentiale  ( siehe auch Artikel Kostenreduzierung ) zu identifizieren und an sich vermeidbare Geldabflüsse aus dem Unternehmen zu unterbinden. Sie muss in periodischen Abständen in allen Abteilungen stattfinden, keine ist davon ausgenommen. Aus meiner Erfahrung sind „lohnende“ Bereiche z.B. Werbung- und Public Relations sowie der weitläufige Bereich die Reisekosten. Auch die Auftragsabwicklung als den zentralen Prozess zur Versorgung Ihrer Kunden sollten Sie immer wieder mal kritisch in Augenschein nehmen und „nachschleifen“. Dies alles sind jedoch nur Beispiele; forschen Sie in Ihrem Unternehmen nach weiteren Themen – oder, noch besser, lassen Sie forschen: die hier angesprochenen Aufgaben sind eine typische Aufgabe für die Interne Revision oder – so man keine hat – für externe Berater, die auch noch eine gänzlich unbefangene Sicht der Dinge mitbringen und wahrscheinlich eine Reihe recht kreativer Vorschläge machen.

Projekte und Produkte die kein Geld verdienen

Dies ist besonders ein Thema aller Verantwortungsträger: mindestens ab Abteilungsleiter aufwärts oder auch inklusive bestimmter Schlüsselfunktionen. Jeder ist aufgerufen, aus seiner Sicht die Projekte, in welchen er involviert ist, zu überblicken, Schwachstellen zu identifizieren und Abhilfe anzustoßen. Dazu sind ggf. auch Sitzungen mit der Unternehmensleitung einzuberufen. Die Liquidität kann, zumindest bis zu einem gewissen Grade, schnell entlastet werden, z.B. durch Vermeidung weiterer Bestellungen und den Abbau von Leihkräften, wenn Verlustbringer „aussortiert“ werden.

Bericht

Über all die hier genannten Maßnahmen muss in geeigneter Weise den Mitarbeitern und ganz besonders den Führungskräften präsentiert werden, wie gut die beschlossenen Maßnahmen gewirkt haben. Nur wenn dies konsequent und regelmäßig betrieben wird, wird allen klar, wie wichtig die Verfolgung der Liquidität und die Maßnahmen zu ihrer Verbesserung sind. Dann wird das ganze Thema auch so ernst genommen, wie es dies verdient.

Zum Schluss noch ein ganz entscheidender Punkt, die Überschrift wies schon darauf hin: der Chef selbst muss ein überzeugendes Beispiel im Thema geben. Dies ist seit jeher ein sehr probates Mittel und m.E. das wirkungsvollste Instrument in der Führung von Mitarbeitern. Somit bemühe ich wiederum das alte Sprichwort: „Wieder Herr, so’s G’scherr!“

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